März 2004

Konsensusempfehlung zur Auswahl von Wirkstoffen für die Wundantiseptik
Prävention nosokomialer Infektionen aus Waschbecken-Abläufen
Mikrobiologische Aspekte und rationelle antibiotische Therapie des diabetischen Fußsyndroms
AVS Health GmbH übernimmt Vertrieb der Wundversorgungsprodukte TEXTUS

Kramer, A.; Daeschlein, G.; Kammerlander, G.; Andriessen, A.; Aspöck, C.; Bergemann, R.; Eberlein, Th.; Gerngross, H.; Görtz, G.; Heeg, P.; Jünger, M.; Koch, S.; König, B.; Laun, R.; Peter, R.U.; Both, B.; Ruef, Ch.; Sellmer, W.; Wewelka, G.; Eisenbeiß, W.:
 
Konsensusempfehlung zur Auswahl von Wirkstoffen für die Wundantiseptik
 
Auf der Grundlage einer kritischen Sichtung des aktuellen Schrifttums werden unter Berücksichtigung klinischer Erfahrungen die derzeit hauptsächlich zur antiseptischen Prophylaxe und Therapie von Wundinfektionen eingesetzten Wirkstoffe einer vergleichenden Bewertung unterzogen.

Artikel wird erst im Mai 2004 veröffentlicht.

Unter folgendem Link kann der Originalartikel (pdf) eingesehen werden:

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http://www.werner-sellmer.de

Prävention nosokomialer Infektionen aus Waschbecken-Abläufen
 
Es wurde die Frage bearbeitet, ob die Ausschaltung des Geruchsverschlusses unter Waschbecken als Keimreservoir und potenzielle Erregerquelle eine Möglichkeit der Prävention nosokomialer Infektionen darstellt. Dazu wurde der Einfluss eines selbstdesinfizierenden Geruchsverschlusses auf die Häufigkeit nosokomialer Infektionen in einer bislang 15-monatigen Studie an 711 Patienten auf der chirurgischen Intensivstation der Oberlausitz-Kliniken gGmbH in Bischofswerda untersucht. Seit 23 Monaten (821 Patienten) werden auf dieser Station Erregerstatistiken geführt und die Erhebung nosokomialer Infektionen systematisch durchgeführt. Im August 2002 erfolgte der Austausch aller Standard-Geruchsverschlüsse unter den Waschbecken zu Testzwecken gegen selbstdesinfizierende Geruchsverschlüsse der Fa. BIOREC.

Die bis Dezember 2003 ausgewerteten Ergebnisse zeigen deutlich, dass mit einem derartigem System die Inzidenz von nosokomialen Infektionen reduziert werden kann.

Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

 
Sissoko, B.; Sütterlin, R.; Stöber, K.; Schluttig, A.: nach oben
Prävention nosokomialer Infektionen aus Waschbecken-Abläufen
Hyg Med 2004; 29 (1/2): 20-24

Mikrobiologische Aspekte und rationelle antibiotische Therapie des diabetischen Fußsyndrom
 
Immunologische und mikrobiologische Aspekte des diabetischen Fußulkus:

Diabetische Patienten sind einem erhöhten Risiko für schwere Weichteil- und Knocheninfektionen ausgesetzt. Einerseits spielt hier die veränderte patientenabhängige Immunkompetenz eine Rolle, die von einer eingeschränkten spezifischen und unspezifischen zellulären Immunität herrührt. Andererseits zeigen die Epidemiologie des Erregerspektrums und die erregerspezifische Pathogenität, dass insbesondere Staphylokokken für dieses Krankheitsbild prädestiniert zu sein scheinen: Staphylococcus aureus und koagulasenegative Staphylokokken besitzen Eigenschaften, die ihnen die Adhärenz auf Wundoberflächen ermöglichen. Hierzu zählen zunächst unspezifische Mechanismen wie Ionenwechselwirkungen und Hydrophobizität zwischen bakterieller und Wirtszelloberfläche wie auch spezifische Interaktionen zwischen bakteriellen Adhäsinen und zellulären Rezeptoren. Darüber hinaus sezernieren Staphylokokken Polysaccharide, die gemeinsam mit den phänotypischen Veränderungen der Infektionserreger und der Ausbildung von Mikrokolonien zur Bildung eines Biofilms führen können. Dieses strukturierte Konglomerat aus Bakterien, Polysacchariden und Wirtsproteinen zeigt eine ausgesprochene Resistenz gegenüber immunologischen Effektoren und antimikrobiellen Substanzen und neigt deshalb zur chronischen Persistenz.

Aspekte der antibiotischen Therapie:

Vor Beginn einer Therapie ist der Schweregrad der Infektion abzuschätzen, da hiervon sowohl die Auswahl und Darreichungsform des Antibiotikums als auch die Dauer der Therapie abhängen. Die initiale Therapie bei schweren und länger bestehenden Infektionen sollte mit einem Breitspektrumantibiotikum in parenteraler Applikation zum Erreichen schneller Wirkspiegel durchgeführt werden. Bei bestehender Osteomyelitis muss die Therapie aufgrund der hohen Rückfallquote häufig über > 4 Wochen durchgeführt werden, bei oberflächlichen Infektionen der Weichteile reichen im Regelfall 1-2 Wochen aus.

Schlussfolgerung und Ausblick:

Aufgrund der erheblichen Fortschritte auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie des diabetischen Fußsyndroms besteht allgemeiner Konsens, dass mit einer optimalen Wundversorgung, einer metabolischen Kontrolle und einer frühen aggressiven chirurgischen und antibiotischen Intervention Infektionen kontrolliert werden können. Die Problematik der Biofilmbildung bei chronischen Infektionen ist bislang noch wenig in das Bewusstsein des Therapeuten gedrungen, erklärt aber im Einzelfall die geringe Effektivität einer antimikrobiellen Therapie. Abseits der Anwendung der klassischen Antibiotika gibt es hier erfolgversprechende Ansätze einer enzymatischen Behandlung bzw. einer Inhibition der bakteriellen "Kommunikation" ("quorum sensing"), die für eine effizientere Therapie zukünftig von Bedeutung sein können.

 
Ambrosch, A.; Lehnert, H.; Lobmann, R.: nach oben
Mikrobiologische Aspekte und rationelle antibiotische Therapie des diabetischen Fußsyndrom
Med Klin 2003; 98 (Nr. 5): 259-265

AVS Health GmbH übernimmt Vertrieb der Wundversorgungsprodukte TEXTUS
 
Die AVS Health GmbH übernimmt ab sofort den Vertrieb der Wundversorgungsprodukte TEXTUS der Firma BioCELL Gesellschaft für Biotechnologie mbH aus Wiehl. AVS Health ist ein Unternehmen der Celesio-Gruppe, dem größten Pharmagroßhändler Europas. In Deutschland gehört GEHE zu dieser Gruppe. nach oben