April 2004

Literaturrecherchen im Internet: Eine Einführung
Wirksamkeit und Verträglichkeit des Schaumverbandes PermaFoam in der Behandlung chronischer Wunden
Antibakterielle Aktivität und Endotoxin-Bindungskapazität von Actisorb Silver 220
Prontosan® W Wundspülung

Literaturrecherchen im Internet: Eine Einführung
 
Zusammenfassung

Während der letzten 10 Jahre haben das Wissen und die Informationen über Wundheilung und deren Therapieoptionen beträchtlich zugenommen. Um evidenzbasierte Aussagen in der Flut von Informationen zu erhalten, muss auf geeignete Weise recherchiert werden. Im vorliegenden Artikel geben die Autoren einen Überblick über gezielte Recherchemöglichkeiten in medizinischen Suchmaschinen. An Hand eines Praxisbeispiels aus dem Bereich chronische Wundheilung werden Recherchen in PubMed demonstriert.

Als allgemeines Gerüst für Recherchen wird folgende Vorgehensweise empfohlen (ist an die persönliche Fragestellung adaptierbar):

1. Fragestellung

a) Welche Information wird benötigt?

b) Bezieht sich die Information auf die Therapie, Diagnose, Prognose, Schädigung oder Ursache?

2. Art und Weise der Recherche und Schlüsselwortauswahl

a) Gibt es diese Recherche bereits?

b) Wenn ja, wo kann ich diese finden?

3. Wie soll die Validität und Relevanz der Daten bestimmt werden?

4. Beantworten neue Informationen die ursprüngliche Frage?

5. Nutzung der Informationen in der klinischen Praxis.

6. Einschätzung des Endergebnisses für die Patientenbetreuung.

 
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Quelle: nach oben
Ryan, S.; Perrier, L.; Sibbald, G.:
Searching for Evidence-Based Medicine in Wound Care: An Introduction.
OstomyWoundManagement 2003, Vol. 49 (11): 67-75

Wirksamkeit und Verträglichkeit des Schaumverbandes PermaFoam in der Behandlung chronischer Wunden
 
Die gute Wirksamkeit von PermaFoam konnte bereits in Produkttests gezeigt werden. Die vorliegende Anwendungungsbeobachtung mit über 800 Patienten bestätigt nun die Effektivität des Schaumverbandes auch in der täglichen Praxis. Trotz vieler, sehr alter, meist multimorbider Patienten mit größtenteils chronischen, schwer heilenden Wunden, konditionierte PermaFoam den Wundgrund effektiv und förderte rasch eine floride Granulation. Die neue Schaumstruktur ermöglicht eine verstärkte Kapillarwirkung und ein erhöhtes Aufnahmevermögen für viskosen Zelldetritus und Pus, da die wundseitig größeren Poren nicht vorzeitig verstopfen. Der Verband kann daher mehrere Tage auf der Wunde verbleiben - auch bei stärkerer Exsudation.
 
Zöllner, P.: nach oben
Wirksamkeit und Verträglichkeit des Schaumverbandes PermaFoam in der Behandlung chronischer Wunden
Hartmann WundForum 1/2004: 22-25

Antibakterielle Aktivität und Endotoxin-Bindungskapazität von Actisorb Silver 220
 
In zwei Versuchsreihen wurde die Bindungskapazität gegenüber einem Endotoxin von Escherichia coli (O55:B5) und die antibakterielle Wirksamkeit gegenüber Pseudomonas aeruginosa von Actisorb Silver 220 untersucht. Zusätzlich erfolgte die Bestimmung der Freisetzung von Pseudomonas-Toxin nach Abtötung der Erreger. Als Vergleich diente Nylon, die Trägergrundlage von Actisorb Silver 220.

Die Wundauflage zeigte gegenüber der Nylongrundlage eine signifikant höhere Endotoxin-Bindungskapazität (p=0.002). Nach halb-, drei- und 24-stündiger Inkubationsdauer wurden 13, 18 bzw 21 µg des Endotoxins an Actisorb Silver 220 gebunden. Die Vergleichsvariante adsorbierte unabhängig von der Kontaktzeit nur 0,36 µg des Toxins O55:B5.

Die antimikrobielle Wirksamkeit der silberhaltigen Aktivkohle-Wundauflage stieg mit zunehmender Kontaktzeit. So konnten bei einer Ausgangskonzentration von 100000 bis 1000000 koloniebildenden Einheiten (KBE)/ml nach 3 Stunden nahezu alle getesteten Mikroorganismen inaktiviert werden, ohne Endotoxine freizusetzen.

 
Müller, G.; Winkler, Y.; Kramer, A.: nach oben
Antibacterial activity and endotoxin-binding capacity of Actisorb Silver 220
Journal of Hospital Infection (2003) 53: 211-214

Prontosan® Wundspülung
 
Artikel aus Heilberufe Heft 2.2004: S. 68

Von Johnson & Johnson Wound Management Norderstedt mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt.

 
Die Wundspülung ist der einzige weithin akzeptierte Standard in der Wundbehandlung. Das Spülen einer Wunde sollte am Anfang jeder Wundbehandlung stehen und bei jedem Verbandwechsel, insbesondere in der Reinigungsphase einer Wunde, durchgeführt werden.

Durch das Spülen einer Wunde werden mechanisch nicht nur lose, im Wundbereich sich befindende Gewebereste und sonstige Partikel entfernt, sondern auch Keime. Bereits die Kolonisation einer chronischen Wunde kann eine Biofilmbildung zur Folge haben. Diese beginnt i.d.R., wenn mehrere auf der Wunde sich befindende Bakterien in der Lage sind, eine Glykokalyx oder Matrix zu bilden. Dieser Biofilm schützt die Bakterien vor äußeren Einflüssen und ermöglicht ihnen eine ungestörte Vermehrung. Gleichzeitig können sich andere Bakterien an diese Hülle heften und vermehren. Mit der Zeit entsteht eine Mischung aus verschiedenen Keimen und es bildet sich innerhalb des Biofilms ein bakterielles Gleichgewicht aus. Der Biofilm schützt die Bakterien gleichzeitig vor extern applizierten Stoffen wie z.B. Antiseptika. Begünstigend für das Bakterienwachstum kann sich weiterhin die bei chronischen Wunden häufig vorliegende verminderte Mikrozirkulation auswirken, wodurch dann auch ein systemisches Antibiotikum nicht in ausreichender Konzentration in die Wunde gelangen kann. Entscheidend für den weiteren Verlauf der Wundheilung ist daher, den Biofilm zu durchdringen. Dies ist aber letztlich nur möglich mit einem mechanischem Débridement, d.h. durch gründliches Spülen der Wunde, evtl. auch durch ein sog. Cleansing der Wunde, d.h. Abwischen mit sterilen Kompressen.

Möglichkeiten der Wundspülung

Es bieten sich hier verschiedene Möglichkeiten an:

Die einfachste Variante ist das Ausduschen einer Wunde mit der Badezimmerdusche. Durch diese Methode wird ein Teil des Biofilms mechanisch entfernt. Diese Methode birgt die Gefahr einer Neubesiedlung mit Pseudomonas aeruginosa durch event. verkeimte Duschköpfe. Empfehlenswerter ist die Verwendung von sterilen Wundspüllösungen wie physiologischer Kochsalzlösung oder Ringerlösung. Allerdings sollten diese Lösungen im Hinblick auf die Sterilität nur aus Einmalbehältnissen appliziert werden. Desweiteren müssen angebrochene Spüllösungen täglich verworfen werden.

Eine neuartige Wundspüllösung ermöglicht nun erstmals ein Durchdringen des Biofilms durch die Kombination von Polihexanid und Undecylenamidopropyl-Betain. Die Kombination der Inhaltsstoffe gewährleistet eine 6-wöchige Haltbarkeit nach Anbruch der Flasche und setzt die Oberflächenspannung der wässrigen Lösung herab. Dies ermöglicht das Auflösen des Biofilms sowie eine hohe Spülwirkung selbst in zerklüfteten Wunden. In-vitro-Untersuchungen bezüglich der Beeinflussung des Zellwachstums belegen für Prontosan® eine sehr gute Gewebeverträglichkeit. Unter Prontosan® konnte sowohl nach kurzzeitiger (1 Minute) als auch nach längerer (30 Minuten) Einwirkung ein Zellwachstum beobachtet werden.

Mit Prontosan W Wundspüllösung wird nun erstmals eine gebrauchsfertige, gut verträgliche und nach Anbruch garantiert 6 Wochen haltbare Reinigungslösung angeboten.

Prontosan W Spüllösung ist ein Medizinprodukt und wird in folgenden Packungsgrößen angeboten: 40 ml-Einweg-Patrone und 350 ml-Spritzflasche mit Schraubverschluss.

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Prontosan W Spüllösung®

Gebrauchsfertige, wässrige Lösung mit Polihexanid und Undecylenamidopropyl-Betain. Die Kombination der Inhaltsstoffe garantiert eine 6-wöchige Haltbarkeit der Lösung nach Anbruch. Die Oberflächenspannung wird herabgesetzt, d.h. Prontosan W Wundpüllösung verteilt sich gleichmäßig auf der gesamten Wundfläche, selbst in zerklüfteten Wunden.Beläge und abgestorbenes Gewebe werden wirksam angedaut und entfernt.

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Dr. S. Kahner-Gröne
ISKG-Institut f. Service, Kommunikation und Gesundheit
22964 Steinburg
 
Literatur:

Schwarzkopf A. Die Mikrobiologie der Wunde. ZfW 2002; 6: 214-216.

Schwarzkopf A. Betrachtungen zur Hygiene bei der Wundversorgung. ZfW 2003; 3: 82-84.

Schwarzkopf A. Dekontamination und Wunde - der Versuch einer Definition. medical spezial 2002; 5: 37-39.

Noemi Soós S. Feuchte Wundbehandlung ist das Nonplusultra. MMW Fortschr. Med. 2003; 35-36: 41-43.

Gerngroß H. (Hrsg.). Moderne Wundbehandlung. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998; Kapitel 11.

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