November 2004

Einfluss des Verbandwechsels auf die Wundtemperatur
Der Einfluss des pH-Wertes auf die Wundheilung
 
Neue Produkte und Industrienachrichten:

Einfluss des Verbandwechsels auf die Wundtemperatur
 
McGuinness, W.; Vella, E.; Harrison, D.:
Influence of dressing changes on wound temperature

Journal of Wound Care Vol.13, No. 9, October 2004: 383-385

 

Bei einem Absinken der Wundtemperatur unter 33°C kommt es zu einer Verringerung der Aktivitäten von Neutrophilen, Fibroblasten und Epithelzellen. Studien haben gezeigt, dass die Wundheilung am effektivsten ist, wenn die Temperatur in der Wunde zwischen 36° und 38°C liegt. Die Heilung verlängert sich bei einem Absinken unter die Körperkerntemperatur oder bei über 42°C.

In der vorliegenden Studie wird der Einfluss des Verbandwechsels auf die Wundtemperatur untersucht. 133 Verbandwechsel bei 44 Patienten gelangten zur Auswertung. Gemessen wurden die Raumtemperatur, die Temperatur der Wundauflage vor und nach dem Verbandwechsel und die Wundbetttemperatur.

Die mittlere Raumtemperatur lag bei 21,8°C (18°-24°C). Die Temperatur der Wundauflagen auf den Hautdefekten variierte zwischen 23,3° und 35,8°C. In der Studie sind die Temperaturen für die einzelnen Wundauflagen leider nicht aufgeführt. Die gemessene Wundtemperatur nach Entfernen des Verbandes schwankte zwischen 25,3° und 37,3°C, im Mittel 32,6°C. Nach Spülung mit einer raumwarmen Kochsalzlösung sank die Wundbetttemperatur im Mittel um 2,7°C. Die Zeit bis zum Erreichen der Temperatur der Wundauflage wie sie vor dem Verbandwechsel bestand variierte von 5 Minuten bis zu 3:08 Stunden.

Die Ergebnisse aus dieser relativ kleinen Studie deuten daraufhin, dass die Zeitdauer bis zum Erreichen der Wundtemperatur die vor dem Verbandwechsel bestand insbesondere durch die Körperkerntemperatur beeinflusst wird. Die Dauer des Verbandwechsels, die Wundgröße, als auch der Typ der Wundauflage scheinen nur einen unbedeutenden Einfluss zu haben.

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Neue Produkte und Industrienachrichten:
 
Acticoat Absorbent, ein Alginat mit Silber
 

Acticoat Absorbent basiert auf der patentierten Technologie der Sylcryst Nanokristalle. Nanokristallines Silber in einer Teilchengröße von wenigen Milliardstel Millimetern wird auf das Kalziumalginat aufgedampft. Die geringe Größe der nanokristallinen Silberpartikel erweitert den wirksamen Oberflächenbereich der Wundauflage entscheidend. Silberionen werden wesentlich schneller und über einen viel längeren Zeitraum freigesetzt. Sie töten vorhandene Keime ab und verhüten neue Infektionen. Das Kalziumalginat verhindert ein Austrocknen der Wunde und schafft somit optimale Bedingungen zur Reepithelisierung. Acticoat Absorbent kombiniert die keimabtötenden Eigenschaften von Acticoat mit der Absorptionskraft eines Kalziumalginats und kommt zur Anwendung bei einer Vielzahl von flachen und tiefen Wunden wie: Verbrennungen, Ulcus cruris, Diabetische Ulzera, Dekubiti, infizierte Wunden, Explantations- und Transplantationsareale.

Smith & Nephew GmbH nach oben
Wound Management
Max-Planck-Str. 1-3
34253 Lohfelden
Tel.: (0800) 18 35 110

www.smith-nephew.de


Dünner Verband für chronische Wunden
 

Mit Askina THINSite bietet die B. Braun Melsungen AG. Sparte OPM, einen neuen, besonders dünnen Verband für die Versorgung chronischer Wunden an. Askina THINSite eignet sich besonders für mobile Patienten, die auf die Polsterwirkung eines Schaumstoffverbandes verzichten können.

In den selbsthaftenden Verband ist eine trockene Hydrogelbeschichtung eingearbeitet, die durch Wundexsudat aktiviert wird. Diese Technologie hat sich bereits bei den Verbänden Askina Transorbent und Askina Touch bewährt. Die trockene Hydrogelschicht ermöglicht ein extrem dünnes Design, das sich trotzdem durch hervorragende Absorptionseigenschaften auszeichnet und sich somit für mittelstark bis stark nässende Wunden eignet.

Der Verband ist sehr flexibel und kann auch an schwierigen Konturen befestigt werden. Der Wasseranteil im absorbierten Wundexsudat wird durch Verdunstung abgegeben, wodurch der Verband seine Aufnahmefähigkeit erhöht. Askina THINSite kann somit - je nach Wundzustand - bis zu sieben Tagen auf der Wunde verbleiben.

B. Braun Petzold GmbH

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Schwanenberger Weg 73-79
34212 Melsungen
Tel.: (0 56 61) 71 36 52
Fax: (0 56 61) 75 36 52
www.bbraun.com

Catrix – Ein Kollagenpulver zur Behandlung chronischer Wunden
 

Catrix ist ein steriles Kollagen-Pulver (Wundverband) zur Behandlung von chronischen Wunden. Von Vorteil ist die Applikationsform als Pulver, die auch eine einfache Anwendung bei zerklüfteten Wunden zulässt.

Die Eigenschaften entsprechen denen von bisherigen Kollagen-Wundauflagen:

  • Aktivierung von Makrophagen = Makrophagen sind entscheidend an der Freisetzung von Wachstumsfaktoren beteiligt
  • Lieferant von Kollagen = Kollagen spielt beim Wundverschluss eine wichtige Rolle als Strukturgeber und notwendiges Element für die Zellmigration (Zellwanderung)
  • Förderung der Migration und Proliferation von Fibroblasten = Fibroblasten spielen eine wichtige Rolle beim Gewebsaufbau der Dermis
  • Stimulation der Proliferation von Keratinozyten = Keratinozyten spielen eine wichtige Rolle beim Gewebsaufbau der Epidermis

Catrix ist biologisch abbaubar - Kollagenpulver wird durch die Beteiligung körpereigener Kollagenasen abgebaut - Catrix muss nicht von der Wunde entfernt werden. Das Kollagen-Pulver lässt sich auch auf schwer zugängliche Hautareale (z.B. Hautfalten) gut aufbringen.

Produkteinführung in Deutschland voraussichtlich Mitte November 2004.

 
ICN Pharmaceuticals Germany GmbH nach oben
Bolongarostr. 82-84
65929 Frankfurt/Main
Tel.: (069) 33 99 04 - 0

Fax: (069) 33 99 04 - 901


Polihexanid als Nagelgel
 

Zur Pflege und Prophylaxe der Fußnägel bei Juckreiz, Hautirritationen und Neigung zu Pilzbefall bietet die Firma DiabetConcept seit kurzem das NovaDiabet Nagelgel an. In Zusammenarbeit mit der Firma Prontomed GmbH ist dieses polihexanidhaltige Nagelgel entstanden. Insbesondere bei Diabetikern mit Durchblutungsstörungen eignet sich dieses Medizinprodukt für die prophylaktische Anwendung gegenüber Fußpilzbefall. Durch die verminderte Durchblutung ist der Fuß etwas „unterkühlt“, was für die Ansiedlung bzw. Vermehrung von Pilzen förderlich ist.

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DiabetConcept Pharma GmbH
Thalheimer Str. 143 B
06766 Wolfen
Tel.: (03494) 6673 - 20
Fax: (03494) 6673 - 23
www.diabetconcept.de

Prontosan-Produktlinie durch B. Braun Melsungen übernommen

Seit ersten Oktober 2004 hat die Firma B. Braun Petzold GmbH in Melsungen die Produktline Prontosan von der Firma Prontomed GmbH übernommen. Die Prontosan-Linie beinhaltet polihexanidhaltige Präparate zur Bekämpfung und Prophylaxe von unterschiedlichen Krankheitserregern, wie z.B. Bakterien (auch MRSA).

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Der Einfluss des pH-Wertes auf die Wundheilung
 

J. Dissemond

Zeitschrift für Wundheilung Nr. 5/2004: 242-243
 

Der pH-Wert beschreibt logarithmisch die reziproke Konzentration der freien Wasserstoffionen. Die Skala der Messwerte wird in Werte von 0 bis 14 eingeteilt. Zahlreiche endogene und exogene Faktoren, wie beispielsweise die Temperatur können auf die Konzentration von Wasserstoffionen und somit auf den zu messenden pH-Wert einen wesentlichen Einfluss ausüben.

Bislang existieren kaum Untersuchungen über den pH-Wert im Milieu chronischer Wunden oder dessen Beeinflussung durch therapeutische Interventionen. Es wurde bislang meist propagiert, dass ein überwiegend saures Wundmilieu vorteilhaft für die kutane Sauerstoffversorgung ist, die bakterielle Kolonisation hemmt und somit zu einer beschleunigten Wundheilung beitragen kann. Es konnte für chronische venöse Ulzera und druck-indizierte Ulzera gezeigt werden, dass das Wundmilieu neutral oder sogar alkalisch ist und lediglich in der Phase der Epithelisation sich in ein saures Milieu verändert.

Eigene Resultate

Seit über 30 Jahren existieren Hinweise darauf, dass ein niedriger pH-Wert vorteilhaft für die Wundheilung sein könnte. Ob dieses Dogma auch bei chronischen Wunden insbesondere im Rahmen einer modernen Wundtherapie zutrifft ist bislang lediglich in Teilaspekten untersucht worden. Im Rahmen einer eigenen Untersuchung konnten wir mittels Flachmembransonde 244 pH-Wert Messungen bei insgesamt 37 Patienten mit chronischen Wunden unterschiedlicher Genese während einer modernen Wundtherapie dokumentieren. Wir konnten zeigen, dass

  1. individuell vorliegende pH-Werte verschiedener chronischer Wunden sehr unterschiedlich sein können und innerhalb dieser Untersuchungen pH-Werte von 5,45 bis 8,65 (Mittelwert 7,45) aufweisen,
  2. tendenziell keine Unterschiede des mittleren pH-Wertes in chronischen und akuten Wunden im  Rahmen einer modernen Wundtherapie bestanden,
  3. im Rahmen einer fortlaufenden Beobachtung auch bei einzelnen Patienten große Unterschiede bezüglich des zu messenden pH-Wert Bereiches von bis zu 1,73 bestehen können.
  4. tendenziell der pH-Wert nicht wesentlich von Geschlecht und Alter oder Diabetes des Patienten, Genese der Wunde, Stadium der Wundheilung oder der verwendeten modernen Wundauflage abhängig ist, obwohl die untersuchten Wundtherapeutika unterschiedliche pH-Wert in einem Bereich von 2,44 bis 8,46 aufweisen.

Als eine Konsequenz konnte festgehalten werden, dass es beispielsweise Präparate mit proteolytischen Enzymen gibt, deren pH-Optimum nicht in den von uns gemessenen pH-Wert Bereichen liegt und deren Einsatz somit zumindest temporär nicht sinnvoll gewesen wäre.

Perspektive

Ein optimaler pH-Wert für alle Stadien der Wundheilung scheint nicht zu existieren. Welcher pH-Wert sich für die Wundheilung als vorteilhaft erweist ist abhängig davon, welches therapeutische Ziel angestrebt wird. So können sich beispielsweise die meisten humanpathogenen Bakterienspezies bei einem pH-Wert unter 6,0 nicht mehr optimal vermehren, wohingegen ein pH-Wert zwischen 7,4 und 8,2 die Voraussetzungen für das Anwachsen einer Spalthaut sein soll. Daher ist es denkbar, dass in Zukunft die gezielte Beeinflussung des pH-Wertes in verschiedenen Stadien der Wundbehandlung zur Erzielung unterschiedlicher Resultate sinnvoll sein kann.

Fazit

Als Konsequenz der bislang publizierten Daten kann noch keine allgemeingültige Beurteilung eines optimalen pH-Wertes im Milieu von chronischen Wunden erfolgen. Dennoch scheint es jedoch bereits heute sinnvoll zu sein, den technisch einfach und kostengünstig zu ermittelnden pH-Wert von chronischen Wunden regelmäßig zu bestimmen. Somit könnte durch die Kenntnis und ggf. Beeinflussung des pH-Wertes der individuell differenzierte Einsatz von Wundheilungsstrategien ermöglicht und in Zukunft die Heilung von chronischen Wunden beschleunigt werden.
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