April 2005

Aktualisierte gesetzliche Bestimmungen zur Fotodokumentation
4 Stufen-Gradeinteilung beim Dekubitus: Wie sinnvoll ist sie zur Dokumentation des Heilungsverlaufs?
Jährliche Kosten der Behandlung von Ulcera cruris. Aktuelle Daten aus Schweden und Großbritannien
Industrienachrichten:

Aktualisierte gesetzliche Bestimmungen zur Fotodokumentation
 

Röhling, Hans-Werner (Amtsrichter, Oberhausen)

Artikel in: HARTMANN WundForum 1/2005, S. 5-7

Originalartikel zu beziehen über: http://de.hartmann.info/active/PDF/DE/wundforum/wf105_a.pdf

Das am 06.08.2004 in Kraft getretene Reformgesetz vom 30.07.2004 regelt mit der gesetzlich eingefügten Norm des § 201 a Strafgesetzbuch den speziellen Bereich der fotografischen Abbildung, der bislang mit der generellen Vorschrift zum allgemeinen Schutz des Persönlichkeitsrechts nach § 203 StGB allgemein ohne spezifische Einzelregelung abgedeckt war.

Gesetzestext:

§ 201 a StGB

Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen

Wer von einer Person, die sich in … einem gegen Einblicke besonders geschütztem Raum befindet, unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer eine durch eine Tat nach Absatz 1 hergestellte Bildaufnahme gebraucht und einem Dritten zugänglich macht. Wer eine befugt hergestellte Bildaufnahme von einer anderen Person, die sich in … einem gegen Einblicke besonders geschützten Raum befindet, wissentlich unbefugt einem Dritten unbefugt zugänglich macht und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. Die Bildträger sowie Aufnahmebildgeräte … können eingezogen werden …

Der ambulante Patient im häuslichen Bereich befindet sich ebenso wie der stationär versorgte Mitbürger im Patientenzimmer, Eingriffs- oder Behandlungsraum, etc. „in einem gegen Einblicke besonders geschützten Raum“. Die Zulässigkeit der Fotodokumentation wie jeder bildlichen Ablichtung des Patienten partiell oder in toto hängt dabei vom Prüfkriterium der Befugnis zu der speziellen Bildaufnahme ab. Da u. a. die individuelle Ausgestaltung eines Dekubitus dem „höchstpersönlichen Lebensbereich“ des jeweiligen Patienten zuzurechnen ist, obliegt es auch seiner Entscheidung, der fotografischen Erfassung seiner Wunde zu therapeutischen und/oder dokumentarischen Zwecken zuzustimmen oder nicht. Ein dieser Vorgabe nicht entsprechendes Aktionsmanagement indiziert einen strafbewehrten Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich des betroffenen Patienten.

Weiterer Inhalt dieses Artikels:

- Rechtlich abgesichertes Handlungskonzept als Basis der Fotodokumentation

- Einsatz einer Fotodokumentation zur Schulung, Fort- und Weiterbildung

- „Unbefugte Fotodokumentation“ ist wie „keine Dokumentation“
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4 Stufen-Gradeinteilung beim Dekubitus: Wie sinnvoll ist sie zur Dokumentation des Heilungsverlaufs?
 
Flohr, Hans-Jürgen (stellv. Vorsitzender der ICW e.V., Göttingen)
Aus: Zeitschrift für Wundheilung Nr. 1/05, S. 10

Die Dokumentation des Heilungsverlaufs, Risikoeinschätzung und therapeutische Interventionen bei vorliegendem Dekubitus werden in der klinischen Praxis häufig anhand der von Seiler 1979 vorgeschlagenen Gradeinteilung der Wundtiefe (Dekubitus Grad 1 – 4) vorgenommen.

Die bei der Beurteilung und Dokumentation der Wundheilung häufig vorzufindende „umgekehrte“ Benutzung der Gradeinteilung setzt gedanklich voraus, dass tiefe Gewebsstrukturen quasi dem Wundentstehungsverlauf entgegengesetzt wieder komplett ausheilen, bis die Wunde verschlossen ist, der Entstehungsverlauf also sozusagen rückwärts noch mal durchlaufen wird. Dies ist jedoch biologisch keinesfalls korrekt, da zerstörtes Gewebe ab einem bestimmten Grad lediglich durch Granulations- respektive Narbengewebe ersetzt wird.

Diverse klinisch/pflegerische Interventionen im Bereich der Dekubitusprävention orientieren sich in ihrer Indikation und Intensität an der Höhe des Wundgrades. Ein ursprünglich tiefer, aber schon abgeheilter Dekubitus ist daher in der Dokumentation immer aus Sicht der Wundpathologie als „abgeheilter Dekubitus Grad IV oder III“ zu betrachten und entsprechend zu bewerten, da es ansonsten zu Fehlentscheidungen kommen kann.

Wenn zum Beispiel im außerklinischen Bereich ein Kostenträger aus Sparsamkeitsgründen trotz erhöhten Risikos bei einem Patienten mit einem ehemals Grad IV, jetzt aber Grad I Dekubitus nur noch eine Antidekubitusauflage für Grad I erstattet, die bekanntlich weniger Druckreduzierung bietet, so kann dies eine Unterversorgung für den Betroffenen bedeuten.
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Jährliche Kosten der Behandlung von Ulcera cruris. Aktuelle Daten aus Schweden und Großbritannien
 
Tennvall, G.R.; Hjelmgren, J.
Annual costs of treatment for venous leg ulcers in Sweden and the United Kingdom
Wound Rep Reg 2005, 13, S. 13-18

Das Ziel dieser Studie war die Schätzung der Behandlungskosten von venösen Ulcera cruris in Schweden und Großbritannien innerhalb eines Jahres.  Mit Hilfe eines stochastischen, gesundheitsökonomischen  Modells erfolgte die Schätzung der Kosten für 52 Wochen.

Die durchschnittlichen Behandlungskosten schwankten in Schweden zwischen 1.332 Euro und 2.585 Euro und in Großbritannien zwischen 814 Euro und 1.994 Euro. Mit der Größe der Wunden und der Heilungsdauer stiegen die finanziellen Aufwendungen.

Die durchschnittliche Anzahl sowie Dauer der Verbandwechsel betrugen in Schweden 2,65 pro Woche resp. 40 Minuten. In Großbritannien erfolgten nur 1,53 Verbandwechsel pro Woche und die Dauer betrug 30 – 40 Minuten. Dies ist auch der Grund für die höheren Kosten in Schweden.

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Industrienachrichten
CATRIX – ICN Pharmaceuticals mit einem neuartigen Kollagenpulver

Catrix ist ein steriles Kollagen-Pulver zur Behandlung von chronischen Wunden.

Catrix unterstützt die Wundheilung...

  • weil es Kollagenlieferant ist > Kollagen spielt beim Wundverschluss eine wichtige Rolle als Strukturgeber und notwendiges Element für die Zellmigration
  • weil es die Migration der Keratinozyten stimuliert > Keratinozyten sind maßgeblich für die Epithelisierung verantwortlich
  • Catrix ist biologisch abbaubar > Kollagenpulver wird durch die Beteiligung körpereigener Kollagenasen abgebaut > Catrix muss nicht von der Wunde entfernt werden
  • Catrix lässt sich auch auf schwer zugängliche Hautareale (z.B. Hautfalten) gut aufbringen
  • Catrix ist sowohl mit Gazeverbänden als auch mit feuchten Anwendungen kompatibel
  • Catrix hält das Wundbett feucht, verhindert jedoch überschüssiges Exsudat
  • Catrix ist erstattungsfähig

Catrix ist in Packungen zu 14 Portionsbeuteln mit jeweils 1g Kollagenpulver erhältlich.

Informationen erhalten Sie unter:   
ICN Pharmaceuticals Germany GmbH
Bolongarostr. 82-84

65929 Frankfurt/Main

Tel.: 069/339904-0 nach oben

Fax: 069 / 339904-901


SILVERCEL – Johnson & Johnson mit silberhaltigem Alginat

Nach Smith & Nephew bringt jetzt auch Johnson und Johnson ein silberhaltiges Alginat auf den Markt.

SILVERCEL kombiniert das erweiterte Exsudatmanagement der neuen Hydroalginat-Technologie mit dem bewährten, breiten Wirkspektrum von antimokrobiellem Silber. Durch die Neuformulierung der Hydroalginatkomponente ist es gelungen, die mögliche Aufnahmekapazität von Alginaten und Hydrofasern deutlich zu erhöhen. Der Hydrofaseranteil verleiht SILVERCEL eine extrem hohe Absorptionskapazität und minimiert die Gefahr von Mazeration.

Ein weiteres Novum ist die sich unter Exsudataufnahme um 56% erhöhende Strukturbeständigkeit des Verbandes. Dadurch ist SILVERCEL ohne Rückstände aus der Wunde entfernbar.

SILVERCEL wird in drei Größen (5 x 5 cm, 11 x 11 cm, 10 x 20 cm) und als Tamponade (2,5 x 30,5 cm) angeboten.

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Informationshotline:       Tel. 0800 1001307

TELFA AMD – polyhexanidhaltige Wundauflage von tyco Healthcare

Durch das Einbringen der antibakteriell wirksamen Substanz Polyhexamethylen Biguanid (PHMB, 0,2%) in Materialien der Wundversorgung wird diese effektiver und das Infektionsrisiko sinkt entscheidend. PHMB ist eine seit langem bewährte und sehr gut bekannte Substanz. Im Wundverband reduziert PHMB das Bakterienwachstum signifikant und verhindert die Penetration von Keimen durch den Verband. Gleichzeitig bleibt die physiologische bakterielle Flora der Haut erhalten.

Mit den TELFA AMD Wundauflagen führt tyco Healthcare das erste Material der neuen Produktlinie in der antibakteriellen Wundversorgung ein. Weitere Produkte dieser neuartigen Infektionsprophylaxe für offene Wunden werden in Kürze folgen. Dadurch ist nicht nur eine effektive, sondern auch eine bezahlbare Infektionsprophylaxe in der modernen Wundversorgung möglich.

Produktinformationen:
tyco Healthcare Deutschland
Angelika Nüssler
Produktmanagerin Moderne Wundversorgung            nach oben
angelika.nuessler@emea.tycohealthcare.com