Mai 2005

Ausduschen mit Leitungswasser – eine sinnvolle Maßnahme?
Neue Literatur:

Der diabetische Fuß      Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005

Diabetes mellitus          Gesundheitsberichtserstattung des Bundes, Heft 24

Industrienachrichten:

Prontosan Wound Gel

NovaDiabet Pflegecreme und  Pflegeschaum mit 2% Harnstoff  


Ausduschen mit Leitungswasser – eine sinnvolle Maßnahme?
 

Deutschle, G.; Halm-Nill, C.; Schumacher, U.; Königsrainer, A.; Borck, U., Coerper, S.

Artikel in: Die Schwester Der Pfleger 44. Jahrg. 4/05: 272-274

In der Wundsprechstunde der Chirurgischen Universitätsklinik in Tübingen wird das Ausduschen von chronischen Wunden mit Leitungswasser seit etwa zwölf Jahren praktiziert.

In einer randomisierten Pilotstudie untersuchten die Autoren die Effektivität dieser Maßnahme bezüglich Keimreduktion an drei Patientengruppen (jeweils fünf Patienten) mit unterschiedlichen Spüllösungen: Octenisept, physiologische Kochsalzlösung und Leitungswasser. Die untersuchten Ulcera hatten folgende Genese: chronisch venöse Insuffizienz (fünf Patienten), diabetisches Fußsyndrom (fünf Patienten), arterielle Verschlusskrankheit (drei Patienten), Dekubitalulcus (zwei Patienten).

Vor und nach der lokalen Wundreinigung erfolgte die Entnahme von Wundbelag mit einem definiert großen scharfen Löffel. Dieses Material wurde quantitativ mikrobiologisch aufgearbeitet. Des weiteren erfolgte eine semiquantitative mikrobiologische Analyse der Duschköpfe.

Ergebnisse: Nach lokaler Wundreinigung mittels Leitungswasser und Octenisept sanken die Keimzahlen drastisch. Nach Spülung mit Kochsalz kam es hingegen zu einer Zunahme der bakteriellen Besiedlung.

Die mikrobiologische Analyse der Duschköpfe ergab eine bakterielle Kontamination. Hier wurden aber meist Keime, die als apathogen gewertet werden, gefunden. Die wenigen pathogenen Keime sind nicht identisch mit Keimen, die auf den chronischen Wunden gefunden wurden.

Diskussion: Das Ausduschen der Wunden mit Leitungswasser führte zu einer deutlichen Keimreduktion, was wahrscheinlich auf einen starken mechanischen Effekt zurückzuführen ist. Dieser mechanische Effekt fehlt bei der Spülung mit Kochsalz oder Octenisept. Das Spülen der Wunde könnte demnach nicht zu einer Elimination, sondern zu einer Konzentration des Biofilms an bestimmten Stellen der Wunde führen, wodurch nach Kochsalzspülung eine Zunahme der Keimbesiedlung simuliert wird. Dieser Effekt würde nach einer Spülung mit dem Antiseptikum Octenisept nicht so sehr ins Gewicht fallen, da hier zusätzlich zum mechanischen Effekt eine bakterizide Wirkung deutlich wird.

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Eckardt, A. und Lobmann, R. (Hrsg.): Der diabetische Fuß
Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005
240 S., 156 Abb., 54 in Farbe; Softcover; 49,95 €
ISBN 3-540-22719-9

„State of the art": Diagnostik und Therapie des diabetischen Fußsyndroms, interdisziplinär dargestellt durch Experten verschiedenster Fachgebiete.

Inhaltsverzeichnis:

Pathogenese, Klassifikation und Epidemiologie - Anatomie und Biomechanik des Fußes.- Diagnostik - Therapie - Gefäßchirurgische Therapieoptionen - Interventionelle Radiologie - Therapieoptionen der Diabetischen Polyneuropathie - Antiinfektiöse Maßnahmen - Operative Verfahren - Nachbehandlung, Prophylaxe - Diabetisches Fußsyndrom und DRG, Versorgungsstrukturen in der Zukunft.

Wundbehandlung in

Kapitel 4.2: Konservative Therapie (R. Lobmann)

Kapitel 4.3: Wundbehandlungsmittel und Therapieverfahren (H.-D. Hoppe)

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Diabetes mellitus
 
Gesundheitsberichtserstattung des Bundes, Heft 24. Robert-Koch-Institut März 2005
Unter folgender Adresse kann das Heft als pdf-Datei heruntergeladen werden:
http://www.rki.de

Bei etwa 5 % der Bevölkerung in Deutschland ist ein Diabetes mellitus, die sog. Zuckerkrankheit, diagnostiziert worden, rund 90 % davon haben einen Typ 2-Diabetes, der vorwiegend im höheren Lebensalter auftritt. 5 % der Diabeteskranken leiden am insulinpflichtigen Typ 1-Diabetes, der sich vorwiegend im Kindes- und Jugendalter manifestiert. Weitere Diabetesformen sind eher selten. Außerdem gibt es viele Menschen mit einem unentdeckten Diabetes.

Während schwer verlaufende akute Krankheitskomplikationen heute dank moderner Therapiemöglichkeiten selten sind, kommt es aber häufig zu Begleiterkrankungen und diabetischen Folgeschäden – Herz-Kreislauf-Erkrankungen, diabetische Augen-, Nerven- und Nierenschädigungen sowie Fußulzera. Bei vielen Betroffenen ist dadurch die Lebensqualität vermindert und die Lebenserwartung teilweise deutlich reduziert. Diabetes ist zudem ein wesentlicher Faktor für erhöhte Inanspruchnahme von Leistungen im Gesundheitswesen.

Da der Typ 2-Diabetes – im Gegensatz zum Typ 1-Diabetes – in enger Verbindung zur Lebensweise steht, insbesondere zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten, gibt es hier große Potentiale für die Primär- und Sekundärprävention. Prävention und Behandlung des Diabetes erfordern einen umfassenden interdisziplinären Ansatz und die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten. Moderne Therapiestrategien und interdisziplinäre gesundheitsförderlich ausgerichtete Versorgungsformen wie die Patientenschulung haben die Situation von Diabeteskranken in den letzten Dekaden erheblich verbessert. Dennoch ist die Versorgungssituation nicht optimal, was weniger an fehlenden Ressourcen als an einer Abstimmung von Versorgungsangeboten liegen mag. Disease Management Programme als integrierte Versorgungskonzepte und bundesweite Aktionen wie Bemühungen um Gesundheitsziele und ein Nationales Diabetes-Programm sollen u.a. zu einer verbesserten Abstimmung und weiteren Entwicklung von Versorgungsprozessen beitragen.

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Industrienachrichten

Prontosan Wound Gel - Innovative Wundreinigung und Befeuchtung für bestmögliche Wundheilung

Das lange erwartete Prontosan Wound Gel (polyhexanidhaltig) ist seit April 2005 zugelassen.

Ähnlich wie die Prontosan W Wundspüllösung kann das Gel zur Reinigung, Dekontamination, Pflege und Befeuchtung von belegten, kontaminierten und chronischen Hautwunden eingesetzt werden. Insbesondere zur Entfernung von hartnäckigem Biofilm, wenn kein chirurgisches Debridement durchgeführt wird, eignet sich das Prontosan Wound Gel.

Eigenschaften

  • für die konservierende Befeuchtung von Verbänden und von Wundauflagen, wie Kompressen, Gazen, Kissen, Schwämmen, Hydrofasern, Alginaten, Hydrokolloiden u.ä.m
  • schmerzfreie Anwendung
  • besonders Gewebeverträglich konserviert mit Polyaminopropyl Biguanide (Polyhexanid)
  • schnelle Absorption von unangenehmen Wundgerüchen
  • zum wiederholten und langfristigen Gebrauch
  • keine Hemmung der Granulation und Epithelisierung
  • kompatibel mit allen handelsüblichen Wundauflagen

Das Prontosan Wound Gel wird in Patronenflaschen zu 30 ml ausgeliefert.

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Weitere Informationen unter:
www.bbraun.de

NovaDiabet Pflegecreme und  Pflegeschaum mit 2% Harnstoff  

Die Firma DiabetConcept erweitert ihre Pflegeserien NovaDiabet und NovaTop um Produkte mit 2% Harnstoff (bisher 5% und 10%). Die Produkte der NovaDiabet-Serie sind speziell für die Füße von Diabetikern mit Neuropathie entwickelt worden.
Bedingt durch die Neuropathie kommt es zu eingeschränkter Schweiß- und Talgsekretion, was bei unzureichender Pflege zu einer geschädigten, trockenen Haut führt. Das Ergebnis sind Risse, Fissuren und Hornhautbildung.

Von besonderer Bedeutung ist der Harnstoffgehalt. Je trockener und geschädigter die Haut, desto höher muss zur Pflege der Füße der Harnstoffgehalt sein. Harnstoff penetriert die Epidermis bis zur Basalmembran und lagert sich insbesondere in der Hornschicht (Stratum corneum) ab. Der Harnstoff bindet Feuchtigkeit und bei kontinuierlicher Anwendung wird die Haut geschmeidiger und die natürliche Schutzfunktion der Haut (epidermale Barriere) verbessert sich. Ebenfalls wird die Hornhautbildung reduziert.

Präparate mit 2% Harnstoff sind für normale bis trockene Haut geeignet. Ziel ist es, die Barrierefunktion von ungeschädigter bis leicht geschädigter Haut zu erhalten bzw. zu verbessern.

  • NovaDiabet Pflegecreme mit 2% Harnstoff  

Bei der NovaDiabet Pflegecreme besteht auf Grund der innovativen Rezeptur ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeitsbindung und Rückfettung. Die nur geringe Rückfettung führt nicht zum Verstopfen von Hautporen, sondern zur Verbesserung des Säure-Fettschutzmantels der Epidermis. Der Harnstoff bindet Feuchtigkeit, die Haut wird elastischer und es kommt zur Reduktion der Hornhautbildung.

  • NovaDiabet Pflegeschaum mit 2% Harnstoff  

Der NovaDiabet Pflegeschaum zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Feuchtigkeitsbindung ohne Rückfettung aus. Strümpfe oder andere Textilien können nach Anwendung des Pflegeschaums sofort angezogen werden, da der harnstoffhaltige Schaum sehr schnell in die Haut einzieht.
Unter Beachtung ökologischer Standards erfolgt die Applikation des NovaDiabet Pflegeschaums ohne Treibgas.

Weitere Informationen:
DiabetConcept GmbH
Thalheimer Straße 143 b
06766 Wolfen      nach oben
Tel.: 03494 – 667320
www.diabetconcept.de