Juni 2005

Reduzierung von Schmerzen bei der Wundversorgung. Ein Konsensusdokument

Der Pipeline-Verband

Wirkmechanismus von polyhexanidhaltigen Wundspüllösungen

Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Therapie des Dekubitalulcus
Moderne Wundbehandlung beim diabetischen Fußsyndrom
Industrienachrichten:

Chitinhaltige Wundauflagen für die Wundbehandlung und zur Blutstillung


Reduzierung von Schmerzen bei der Wundversorgung. Ein Konsensusdokument
 

Eine Initiative der World Union of Wound Healing Societies

Principles of best practice: Minimising pain at wound dressing-related procedures. A consensus document. London: MEP Ltd, 2004.

Schmerzen wirken sich ungünstig auf die Wundheilung aus und beeinflussen die Lebensqualität. Schmerzen bei der Wundversorgung lassen sich durch eine Kombination aus eingehender Untersuchung, angemessener Verbandauswahl, qualifizierter Wundbehandlung und individuell eingestellten schmerzlindernden Behandlungsmethoden bewältigen. Es ist sowohl aus therapeutischen als auch aus humanitären Gründen von höchster Bedeutung, dass Ärzte und Pflegepersonal wissen, wie Schmerzen beurteilt, eingeschätzt und behandelt werden können. Ein grundlegendes Verständnis der Schmerzphysiologie wird für all diejenigen hilfreich sein, die sich täglich mit der Wundversorgung konfrontiert sehen, da sie nur so das Schmerzempfinden des Patienten verstehen können. Dabei ist die Erkenntnis grundlegend, dass Wundschmerz mehrdimensional ist und das psychosoziale Umfeld des Patienten die physiologische Schmerzerfahrung beeinflussen und sich auf diese auswirken kann.

Es gibt zwei Arten von Schmerzen: Nozizeptive Schmerzen und neuropathische Schmerzen.

Nozizeptive Schmerzen lassen sich als angemessene physiologische Reaktion auf einen schmerzhaften Reiz definieren. Dies kann eine akute oder chronische Entzündung sein. Akute nozizeptive Schmerzen treten infolge von Gewebeschäden auf und sind in der Regel von begrenzter Dauer. Bei langsam heilenden Wunden kann die anhaltende entzündliche Reaktion zu einer verstärkten Empfindlichkeit von Wunde (primäre Hyperalgesie; primäres gesteigertes Schmerzempfinden) und umliegender Haut (sekundäre Hyperalgesie; sekundäres gesteigertes Schmerzempfinden) führen.

Neuropathische Schmerzen lassen sich als eine Reaktion definieren, die entweder durch eine primäre Läsion (Funktionsstörung) oder eine Dysfunktion des Nervensystems ausgelöst wird. Nervenschäden sind die häufigsten Ursachen der primären Läsion, die auf ein Trauma, eine Infektion, eine Stoffwechselstörung oder Krebs zurückgeführt werden können. Neuropathische Schmerzen sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung chronischer Schmerzen. Sie sind oft mit veränderten oder unangenehmen Empfindungen verbunden, wobei jede Sinnesreizung, wie eine leichte Berührung, Druckausübung oder Temperaturänderung, starke Schmerzen auslösen kann (Allodynie). Der Arzt muss erkennen, dass dies eine spezifische pharmakologische Behandlung und eine Beurteilung durch einen Facharzt, der neuropathische Schmerzen diagnostizieren (und behandeln) kann, erfordert.

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Das Konsensusdokument Schmerz können Sie unter folgender Adresse downloaden:
http://www.wuwhs.org/pdf/consensus_ger.pdf

Mit freundlicher Genehmigung der mhp-Verlag GmbH zur Online-Veröffentlichung

M. Witthoff, A. Körber, S. Grabbe, J. Dissemond:
Der Pipeline-Verband
Zeitschrift für Wundheilung Nr. 1/05: S. 16-18 

ZUSAMMENFASSUNG

Wir berichten über eine in unserem Haus bereits seit längerem erfolgreich eingesetzte Modifikation einer Verbandtechnik, die wir als Pipeline-Verband bezeichnet haben. Im Rahmen eines modernen Konzeptes einer feuchten Wundtherapie kann es erforderlich sein, insbesondere bei Wunden, die wenig Sekretion generieren, die Verbände ein- bis mehrfach täglich beispielsweise mit Ringer-Lösung oder Antiseptika anzufeuchten. Viele Patienten, insbesondere bei Vorliegen einer chronischen Wunde, sind jedoch nicht in der Lage selbstständig die bei Ihnen angelegten Verbände zu erneuern beziehungsweise diese regelmäßig anzufeuchten. Besonders problematisch gestaltet sich die Durchführung bei Patienten, die zusätzlich einen Kompressionsverband über mehrere Tage tragen sollen. Wir haben daher bei diesen Patienten begonnen während der Durchführung des Verbandes ein Schlauchsystem in den Verband zu integrieren. Das eine Ende des Schlauches befindet sich final direkt auf der jeweiligen Wundauflage, das andere mit einem Verschluss versehene Ende wird auf dem (Kompressions-) Verband mit Pflastern fixiert. So kann der Patient selbständig durch den auf der Wunde verbleibenden intakten Verband die Flüssigkeit direkt auf die Wundauflage applizieren. Diese kleine und preiswerte Modifikation eines modernen Wundverbandes spart bei spezieller Indikation nicht nur Geld und Zeit, sondern ermöglicht es dem Patienten sich selbständig auch im häuslichen Bereich bis zum nächsten Verbandwechsel adäquat zu versorgen.

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Wirkmechanismus von polyhexanidhaltigen Wundspüllösungen
 
K. Kaehn:
Zur Einstufung von polyhexanidhaltigen Wundspüllösungen

Zeitschrift für Wundheilung Nr. 3/05: S. 124-126

Fakultativ pathogene Bakterien der körpereigenen Hautflora werden regelmäßig auf chronische Wunden übertragen, wo sie den Wundbelag besiedeln. Diese Besiedlung ist keine Infektion und schon gar keine Krankheit und somit auch keine Indikation für die Anwendung von antiseptischen und antibiotischen Arzneimitteln. Letztere werden erst auf ärztliche Anordnung eingesetzt, wenn eine Infektion mit Symptomen vorliegt. Die Wundspülung bezweckt die Reinigung und wird sowohl bei nicht entzündeten als auch bei entzündeten Wunden eingesetzt.
Einige Wundspüllösungen (z.B. Prontosan W, Lavasept) enthalten als Konservierungsstoff Polyhexanid. Dieser hat keinerlei direkte Wirkung auf den menschlichen Körper. Polyhexanid wird an humane Zellen und Gewebe weder angelagert (adsorbiert) noch aufgenommen (resorbiert) und kann daher nicht in den Stoffwechsel des Körpers eingreifen, es verhält sich inert. Auf die Zellwand von Bakterien erzielt Polyhexanid seine Wirkung nicht wie ein Arzneimittel mittels pharmakologischer oder immunologischer Reaktionen, sondern allein durch unspezifische elektrostatische Wechselwirkungen. Dieser Wirkmechanismus beruht auf dem stark basischen Charakter des Polyhexanids und der Verteilung von elektrischer Ladung entlang der gestreckt gebauten Polyhexanidmoleküle. Nach dem Prinzip der elektromagnetischen Wechselwirkung zwischen Ladungsträgern (elektrische Anziehung und Abstoßung) wird Polyhexanid von anderen geladenen Substanzen angezogen und angelagert. Sind diese Substanzen Teile eines biologischen Systems, z.B. sauere, negativ geladene Phospholipide in der Zellwand von Bakterien, dann wird durch die Anlagerung von Polyhexanid deren räumliche Struktur und Ladungsstruktur beeinflusst. Es kommt zu einer Störung des biologischen Systems „Bakterie“.

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Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Therapie des Dekubitalulcus

Sellmer, Werner; Nickenig, Dirk; Knauer, Kirsten:

Ist die moderne Dekubitustherapie unbezahlbar?

Die Schwester Der Pfleger 44. Jahrg. 6/05: 476-485

In überarbeiteter Form stellen die Autoren das neueste Wirtschaftlichkeitsupdate zur ambulanten Behandlung von Dekubitalulzera mit modernen Wundtherapeutika dar.

Folgende Effekte ergeben sich aus dem Einsatz von Hydrokolloidverbänden oder Schaumverbänden im Vergleich zu Salbenkompressen und lokalen klassischen Therapeutika (wie z.B. Leukase N, Varidase N etc.):

  • Senkung der Gesamttherapiekosten um 45% und mehr,
  • durch verkürzte Therapiedauer verbessert sich die Mobilität und Lebensqualität des Patienten,
  • Senkung des personellen Aufwands und damit Schaffung von Freiräumen für die psychosoziale Betreuung des Patienten.

Mit detaillierten Daten werden die Schlussfolgerungen untermauert.

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Der vollständige Artikel (pdf-Datei) kann unter folgender Adresse gelesen werden:

http://www.werner-sellmer.de


Moderne Wundbehandlung beim diabetischen Fußsyndrom

Tigges, W.; Rosch, F.; Sellmer, W.; Clever, H.-U.:

Moderne Wundbehandlung beim diabetischen Fußsyndrom

CHAZ, 6. Jahrgang, Heft 4 / 2005: 177-180

Die moderne Wundversorgung beim diabetischen Fußsyndrom setzt eine absolute Entlastung des Fußes und eine ausreichende Gewebeperfusion voraus. Infektionen bedürfen einer systemischen Antibiotikatherapie. Die in der Nachbarschaft der Wunden lokalisierten Hyperkeratosen müssen regelmäßig abgetragen werden, da durch sie ein zusätzlicher Druck verursacht wird, der die Wundheilung negativ beeinflusst.

Wundreinigung:
Spüllösungen sollten körperwarm appliziert werden, physiologisch, steril, nicht resorbierbar, farblos, nicht reizend und schmerzvermindernd sein.
Eine schonende Nekrosektomie mittels chirurgischem Debridement oder auch eine Madentherapie tragen zur definitiven Wundreinigung und Säuberung der Wunde bei. Fibrinbeläge oder kleinere trockene Nekroseareale können durch Hydrogele behandelt werden.

Granulation und Epithelisierung:
Einsatz von kollagenhaltigen Wundbehandlungsmitteln oder hyaluronsäurehaltige Wundauflagen.
Für die Wundabdeckung (Sekundärverband) werden offenporige Schaumstoffkompressen, semipermeable Wundfolien und Hydrokolloide empfohlen.

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Der vollständige Artikel (pdf-Datei) kann unter folgender Adresse gelesen werden:
http://www.werner-sellmer.de

Industrienachrichten

Chitinhaltige Wundauflagen für die Wundbehandlung und zur Blutstillung
Beese nimmt Marketing-Aktivitäten für Sanguis Chitoskin-Wundauflagen auf

Witten - Die Karl Beese GmbH & Co., Barsbüttel, hat mit der SanguiBioTech GmbH, Witten, einen Vertrag zum Vertrieb von deren Chitoskin-Wundauflagen geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung liefert Sangui Beese unsterilisierte, in Auftragsfertigung hergestellte Auflagen. Beese übernimmt Sterilisierung, Konfektionierung und Verpackung der Produkte, die an Krankenhäuser und anderer Einrichtungen verkauft werden sollen, die einen besonderen Bedarf im Bereich Wundpflege haben. Die Marketing-Vorbereitungen haben begonnen

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Sangui entwickelt ergänzend eine neue, blutstillende Wundauflage

Sangui hat begonnen, ein ergänzendes Produkt zu entwickeln. Es handelt sich um eine Wundauflage auf Basis der Chitoskin-Technologie, aber mit deutlich verstärkten wundstillenden Eigenschaften. Während das bestehende Produkt vor allem bei schwer heilenden oder chronischen Wunden eingesetzt wird, dient das neue der Behandlung frischer, blutender Wunden. Es richtet sich an die Beschaffungsmärkte für Verteidigung und Erste Hilfe. Da der Herstellungsprozess mit dem der Chitoskin-Auflagen fast identisch sein wird, rechnet Sangui mit einer unproblematischen Zulassung im Rahmen der bestehenden Zertifikate.

Quelle:  presstext.de
vom:      21.04.2005 11:11
von:      Sangui Bio Tech International Inc