Juli 2005

NEU !!  Anwenderkurse in Bad Gandersheim
Pflegedokumentationen bei Gericht - Unterlagen nicht einfach weitergeben

Bedeutung der Ernährung für die Wundheilung bei Patienten mit Ulcus cruris

„So, was lege ich nun auf diese Wunde?“

Industrienachrichten:

SOMAGEN – Mit Lichtquanten chronische Wunden heilen

3M Tegaderm Hydrogel und Roll

NEU !!  Anwenderkurse in Bad Gandersheim

Beginn ab Ende August 2005

Was verbirgt sich hinter den Anwenderkursen?

Die Anzahl der Wundbehandlungsmittel steigt ständig, in Deutschland werden über 1000 verschiedene Präparate gehandelt. Deshalb ist es auch nicht möglich, alle Wundbehandlungsmittel im Grundkurs zu besprechen. Dort erfolgt eine Darstellung der Produktgruppen und nur exemplarisch werden einzelne Produkte präsentiert. Ferner kommen neue Produkte hinzu, die nicht nur Nachahmer sind, sondern zum Teil echte Innovationen darstellen.
Aus den genannten Gründen erhalten Pharmafirmen die Möglichkeit, insbesondere die praktische Anwendung ihrer Produkte (inklusive Tipps und Tricks), als auch Neuheiten vorzustellen.

So wird z.B. die Firma mediset das PolyMem-Sortiment vorstellen, welches nicht allen Wundmentoren bekannt sein dürfte und eine Alternative in der Infektionsprophylaxe darstellt. Auch die silikonhaltigen Wundauflagen von Mölnlycke erhalten endlich ein Podium.
Absolute Neuheiten sind die silberhaltige Alginat/Hydrofaser-Wundauflage Silvercel von Johnson & Johnson oder das kollagenhaltige Pulver von ICN Pharmaceuticals.

Für den Bereich Dokumentation wird Herr Dr. H.-D. Hoppe (Quedlinburg) einen Praxis-Workshop zur Photodokumentation durchführen. Herr St. Glau (zertifizierter Wundmanager, Starnberg) stellt eine praxistaugliche Wundmanagement-Software (JalomedWD) zur Dokumentation und Kommunikation in der "integrierten Versorgung" vor.

Ferner findet eine Hospitation in einer Wundsprechstunde statt (dazu ist Dienstbekleidung mitzubringen).

nach oben
Informationen unter: www.wundheilung.net/anwender.html

ALTENHEIM-Rechtsrat: Pflegedokumentationen bei Gericht - Unterlagen nicht einfach weitergeben

Aus: V I N C E N T Z . N E T    N E W S L E T T E R    vom 07.06.2005

Pflegeeinrichtungen werden häufig damit konfrontiert, dass gegen sie vor Gericht (Amts- oder Landgericht) Bewohneransprüche geltend gemacht werden. Oder die Heime selbst erheben Klage, wenn Bewohner oder ihre Erben ihren Zahlungspflichten nicht nachkommen. In solchen Prozessen kann das Gericht die Vorlage der Pflegedokumentation anordnen. Doch Vorsicht: Ist die Pflegedokumentation bei den Gerichtsakten, darf sie die andere Prozesspartei einsehen.

Der Rat für die Praxis: Heimleitungen und deren Rechtsbeiständen ist zu empfehlen, dem Gericht in der mündlichen Verhandlung die geschilderten Besonderheiten der Pflegedokumentation darzustellen und darauf zu bestehen, dass ein Sachverständiger die Pflegedokumentation begutachtet und einen Beweisantrag „sachverständige Begutachtung“ der Pflegedokumentation stellt. Darüber hinaus sollte unter Verwahrung gegen die Beweis- und Darlegungslast Sachverständigenbeweis beantragt werden. (Quelle: ALTENHEIM 07/2005; Rubrik Rechtsrat)

nach oben
Quelle: http://www.vincentz.net/altenheim/

Dissemond, J.:

Bedeutung der Ernährung für die Wundheilung bei Patienten mit Ulcus cruris

HARTMANN WundForum 2/2005: 16-18

Als Ulcus cruris wird ein Gewebedefekt bezeichnet, der über die Epidermis hinausreicht und am Unterschenkel lokalisiert ist.
Die meisten Patienten mit einem Ulcus cruris sind älter als 60 Jahre. Der Begriff Malnutrition beschreibt einen Zustand der Fehl- oder Mangelernährung. Bei vielen Patienten mit dem Nachweis einer Malnutrition werden Appetitmangel, fehlerhafte Essgewohnheiten, Neoplasien, Kau- und Schluckstörungen oder Probleme bei Erwerb und Zubereitung von Nahrung beschrieben. Bedingt durch eine Malnutrition kann insbesondere bei älteren, oft multimorbiden Patienten mit einem Ulcus cruris gehäuft eine katabole Stoffwechsellage festgestellt werden.
Der Katabolismus ist ein wesentlicher Kofaktor in der Entstehung einer Malnutrition, die ihrerseits die Wundheilung verzögert und so wiederum die katabole Stoffwechsellage verschlechtert. Die Patienten befinden sich in einem Circulus vitiosus.

In zahlreichen klinischen Studien mit älteren Patienten, die teilweise auch unter einem Ulcus cruris litten, konnte bei dem sehr heterogenen multimorbiden untersuchten Patientenklientel ein Mangel in bis zu 85% an Zink, in bis zu 75% an Albumin, in bis zu 60% an Eisen, in bis zu 56% an Vitamin C gefunden werden.
Exemplarisch wurde für das Vorliegen eines Proteinmangels gezeigt, dass eine Korrelation mit den zunehmenden Lebensjahren, insbesondere jedoch nach dem 70. Lebensjahr besteht. In einer Untersuchung von Patienten mit einem Ulcus cruris venosum fiel zudem auf, dass, obwohl ca. 50% der Patienten übergewichtig waren, bei 85% der Patienten eine mangelhafte Kalorienzufuhr bestand und bei 84% eine Malnutrition bestimmt werden konnte. Es ist daher sinnvoll, bei älteren Patienten mit einem therapierefraktären Ulcus cruris serologische Parameter zur Objektivierung einer Malnutrition zu bestimmen. Zusätzlich kann der Body-Mass-Index (BMI) ermittelt werden. Bei Vorliegen einer Kachexie liegt der BMI unter 14.

Nach Objektivierung eines Nährstoffmangels muss mit dem Patienten und/oder seinem sozialen Umfeld gemeinsam gesprochen werden, ob eine ausreichende, bewusste Ernährungsumstellung realisiert werden kann. Andernfalls sollte eine gezielte Substitution erfolgen.

nach oben
Den kompletten Artikel lesen unter:
http://de.hartmann.info/active/PDF/DE/wundforum/wf205_f.pdf

„So, was lege ich nun auf diese Wunde?“

Worley, C. A.:
So, What Do I Put on This Wound? Making Sense of the Wound Dressing Puzzle: Part 1
Dermatol Nurs. 2005; 17 (2): 143-144

Alginate

Beschreibung
Hergestellt aus Meeralgen, nicht verwebt, nicht adhesiv, bestehend aus Kalziumsalzen der Alginsäuren. Fasern zu Kompressen und Tamponaden versponnen. Wenn die trockenen Fasern mit dem Wundsekret in Kontakt kommen, werden die Kalziumionen gegen die Natriumionen der Wundflüssigkeit ausgetauscht und es bildet sich ein Gel.

Vorteile
Management moderat bis stark sezernierender Defekte; kann gut in zerklüftete Wunden eingebracht werden; bildet ein Gerüst für die Blutplättchenaggregation; kann bei klinisch infizierten Wunden eingesetzt werden.

Nachteile
Benötigen einen Sekundärverband; kann nicht für drittgradige Verbrennungen eingesetzt werden; nicht geeignet für nur gering sezernierende Defekte (kann diese Art von Wunden austrocknen).

Produktbeispiele

  • Sorbsan (Bertek Pharmaceuticals)
  • Tegagen HG und HI (3M Health Care)
  • Kaltostat (ConvaTec)
nach oben

Kollagenverbände

Beschreibung
Produkte in unterschiedlichen Formen (Gele, Paste, Puder, Pads etc., aber nicht zur Injektion) – in Deutschland nur als Wundauflage und Puder erhältlich (Anmerkung des Übersetzer) – produziert aus Kollagenen von Rindern, Schweinen oder Geflügel. Bovines Kollagen wird so aufbereitet, dass es nichtallergisierend wirkt, bei einer Überempfindlichkeit gegenüber bovinen Produkten gilt dies als Kontraindikation. Kollagen-Produkte können die Wundheilung beschleunigen. Bei Applikation müssen die Wunden feucht und frei von nekrotischem Gewebe sein.

Vorteile
Beschleunigung der Wundheilung und wirksam bei therapierefraktären Wunden.

Nachteile
Benötigen einen Sekundärverband; können einen unangenehmen Geruch haben; kontraindiziert bei drittgradigen Verbrennungen; Rinderkollagene ungeeignet bei Patienten mit Allergien gegenüber bovinen Produkten; kann sehr teuer sein; Applikation kann sich schwierig gestalten.

Produktbeispiele

  • Fibracol Collagen/Alginate Dressing (Johnson & Johnson)
  • Promogran Matrix Dressing (Johnson & Johnson)
  • Catrix (ICN Pharmaceuticals)
nach oben

Zusammengesetzte Wundbehandlungsmittel („Composites“)

Beschreibung
Primär Wundauflagen, die unterschiedliche Auflage-Typen in einem Produkt kombinieren. Bakterielle Barrieren, Schäume, Alginate, Absorber, Hydrokolloide oder Hydrogele können in der Wundauflage integriert sein. Die hautseitige Kontaktschicht kann haftend, nicht haftend oder mit einem adhesiven Rand versehen sein.

Vorteile
Können als primäre oder sekundäre Wundauflage eingesetzt werden; Applikation mit einer Hand möglich; können als Sekundärverband für die tägliche Applikation von Cremes, Salben oder anderen topischen Anwendungen genutzt werden.

Nachteile
Nicht geeignet für stark sezernierende Wunden oder bei Umständen, die täglich eine mehrfache Applikation von lokalen Externa verlangen; vorsichtiger Umgang bei Patienten die empfindlich auf Kleber (adhesive Ränder) reagieren oder eine fragile Haut haben.

Produktbeispiele

  • Alldress (Mölnlycke Health Care)
  • Op-Site Post-OP (Smith & Nephew)
  • Telfa Plus Barrier Island Dressing (Kendall)

Kontakt-Layers

Beschreibung
Kontakt-Layers sind Einzelschicht-Wundauflagen, bestehend aus gewebten oder ungewebten Materialien, die dem Schutz fragilem Gewebes dienen. Sie können perforiert oder durchlässig für Exsudat sein, welches in einem anderen Verband aufgenommen wird. Diese Wundauflagen sind in der Regel sehr dünn und nicht klebend. Kontakt-Layer werden bei sauberen Wunden, die frei von Nekrosen sind, eingesetzt. Sie können auch als Sekundärabdeckung für topische Applikationen genutzt werden. Bei tiefen Wunden wird zusätzlich ein Wundfüller benötigt, um eine Verbindung zwischen Wundbett und Sekundärverband zu ermöglichen.

Vorteile
Schutz von neu gebildetem Gewebe vor traumatischen Ereignissen; erlaubt das Passagieren von Wundsekret; können bis zu einer Woche auf der Wunde verbleiben, Sekundärverband muss dann bei Bedarf gewechselt werden.

Nachteile
Können nicht bei drittgradigen Verbrennungen eingesetzt werden; nicht zu empfehlen für oberflächliche oder sehr kleine Wunden, bei Anwesenheit von viskösem Exsudat oder bei unterminierten oder getunnelten Wunden.

Produktbeispiele

  • Dermanet (DeRoyal)
  • Mepitel Soft Silicone Wound Contact Layer (Mölnlycke Health Care)
  • Tegapore Wound Contact Material (3M Health Care)
nach oben

Industrienachrichten

SOMAGEN – Mit Lichtquanten chronische Wunden heilen

Die Zellinformationstherapie (engl. kurz CIT) ist ein Verfahren, welches regulativ auf die Stoffwechselvorgänge in menschlichen und tierischen Körperzellen einwirkt. Die Grundlage des CIT-Verfahrens bilden von der DNS ausgehende Steuerimpulse zum Anstoß von Stoffwechselprozessen. Konkret beruht das CIT-Wirkprinzip auf dem energetischen Austausch - man spricht hier auch von Biophotonen - derjenigen Molekülstrukturen, welche die Knotenpunkte der DNS-Kette darstellen. Die Intensitäten der auslösenden Photonen sind zwar äußerst niedrig, befähigen diese aber zur biochemischen Reaktion.

Die Stoffwechselprozesse sind zum Erhalt der Zelle selbst und zur Erfüllung spezifischer Aufgaben, wie der Produktion von Botenstoffen, Enzymen, Hormonen, etc. erforderlich. Zu wenige oder zu viele von der DNS ausgesendete Impulse führen zu „Fehlreaktionen“ in der Stoffwechselproduktion und somit möglicherweise zu Krankheitsbildern im Organismus. Die Anregung der Photonenbildung an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt ermöglicht Reaktivität, bedeutet Regulation und - falls mehrere Zentren an diesem Prozeß beteiligt sind - auch Kommunikation. Daher der Name des Verfahrens: Zellinformationstherapie.

Seit 1994 stellt die Firma Sachtleben GmbH CIT-Geräte her. Therapiegeräte und Hersteller sind gemäß den europäischen Gesetzen für Medizinprodukte (MPG) zugelassen und zertifiziert. Das Gerät Auralon C für Therapeuten bildete das Fundament für langjährige, positive Anwendungserfahrungen.

Die Entwicklung eines handlichen und einfach zu bedienenden - auch für Endverbraucher geeigneten - Instrumentes erfolgte 2004. Das Somagen erlaubt Anwendungen auf Basis moderner Behandlungs-Chipkarten.

Ein Einsatzschwerpunkt ist der Bereich Wundheilung – und hier besonders die Heilung von chronischen Wunden.

Wie erfolgt die Anwendung?

Die Anwendung mit dem Somagen ist einfach. Vom Instrument erzeugte Impulse werden über flächige Applikatoren ins Zellgewebe übertragen. Die Applikatoren können auf den Wundverband aufgelegt werden, direkter Hautkontakt ist nicht erforderlich. Die Behandlung wird alle zwei Tage wiederholt. Erste Behandlungserfolge sollten innerhalb der ersten 10 Behandlungen sichtbar sein. Die Behandlung dauert für die Anwendung „Chronische Wunde“ 20 Minuten. Ein akustisches Signal informiert über das Behandlungsende.

nach oben
Informationen unter: www.cit-home.com

3M Tegaderm Hydrogel und Roll

3M Tegaderm Hydrogel ist ein amorphes Gel, mit einer Abpackungsmenge von jeweils 15g pro Tube.

3M Tegaderm Roll ist die unsterile Version von Tegaderm zum Abrollen und individuellen Zuschneiden.
Dieser Transparentverband ist wasser- und bakteriendicht, nach Angaben des Herstellers auch dehnbar. Es werden drei Breiten mit jeweils 10 m Länge angeboten: 5, 10 und 15 cm.

nach oben