August 2005

Expertenstandards und Rechtssicherheit
Pilzinfektionen der Füße und Fußnägel

Wirksamkeit verschiedener Wundspüllösungen gegenüber Biofilmen

Ausgaben für Diabetes steigen
Literaturhinweis:
Asmussen und Söllner: Wundversorgung: Die Prinzipien der Wundheilung
Industrienachrichten:

EDV-Dokumentationssystem Jalomed WD


Expertenstandards und Rechtssicherheit

Iris Ahmadi und Ronald Richter:

Leitlinie oder Haftungsfalle?

Quelle: http://www.vincentz.net/altenheim > Ihre aktuelle Ausgabe: 07/2005

Qualitätssicherung

Nationale Expertenstandards zur Dekubitus- und Sturzprävention werfen eine Reihe rechtlicher Fragen auf. Die wichtigste Antwort: Im Rahmen der Sorgfaltspflicht von Heimleitern und Pflegenden führt an den Standards kein Weg vorbei.
Bereits 1992 wurde zur Qualitätsentwicklung in der Pflege eine Koordinationsstelle an der Fachhochschule in Osnabrück eingerichtet – das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Ziel dieses Netzwerkes ist es, hervorragende Leistungen in der Pflege zu fördern, traditionelle Verhaltensmuster zu reflektieren sowie effektive Praktiken aus Qualitätsentwicklung und Wissenschaft zu verbreiten. Im Hinblick auf diese Aufgabe wurde durch das DNQP im Jahr 2000 erstmalig ein nationaler Expertenstandard in der Pflege veröffentlicht. Inhaltlich befasst sich dieser mit der besonderen Problematik der Vermeidung eines Dekubitus in der Pflege. Dieser Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe stellt im Konsens mit den Krankenkassen die aktuellste (eine Überarbeitung erfolgte im Jahr 2004) und am breitesten akzeptierte Leitlinie dar, bündelt das aktuelle Expertenwissen in diesem Bereich und findet sektorübergreifend in der Pflege Anwendung. Für die Betreiber von Pflegeheimen, wie für die Mitarbeiter, liegt durch diese Einführung nationaler Expertenstandards die Frage auf der Hand, welche rechtliche Verbindlichkeit sich aus ihnen ergibt. Droht bei Nichtbefolgung unabwendbar die strafrechtliche und zivilrechtliche Haftung?

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Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages Neuer Merkur, München

Pilzinfektionen der Füße und Fußnägel

Susanne Ahrndt:

Topische Therapie mit Antimykotika

Erstveröffentlichung in: Podologie, LVI, Heft 6/2005: 12-17

Fuß- und Nagelpilz gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen. Fast jeder dritte Bundesbürger ist von einer Pilzinfektion der Füße betroffen, wobei rund zehn Millionen Männer und Frauen unter einer Pilzerkrankung der Nägel leiden. Dabei entwickelt sich die Nagelpilzinfektion häufig aus einem Fußpilz. Nicht selten werden die Symptome von den Betroffenen verkannt, ignoriert oder aus Schamgefühl verschwiegen. Das hat zur Folge, dass nur etwa jeder dritte Patient mit Tinea pedis und zirka jeder zehnte Patient mit Tinea unguium behandelt wird.

Der Beratungsbedarf bei den Patienten ist enorm, zumal seit der Befreiung einiger antimykotischer Mittel von der Rezeptpflicht die Selbstmedikation immer mehr an Bedeutung gewinnt. Soll diese erfolgreich sein, ist eine korrekte und konsequente Anwendung erforderlich, die im Idealfall durch eine fachgerechte podologische Behandlung begleitet wird. Zeigen Sie Beratungskompetenz in puncto moderner Arzneimittel, die den ungebetenen Gästen an Füßen und Nägeln effektiv Paroli bieten.

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Seipp, H.M.; Hofmann, S.; Hack, A.; Skowronsky, A.; Hauri, A.:

Wirksamkeit verschiedener Wundspüllösungen gegenüber Biofilmen

Zeitschrift für Wundheilung Nr. 4/2005: 160-164

Zusammenfassung

Biofilme haben in vielen humanmedizinischen und tech­nischen Bereichen eine herausragende Bedeutung erlangt, während deren Relevanz bei der Behandlung von Wunden noch nicht entsprechend berücksichtigt wird. Dabei behindert die symbiotische bakterielle Lebensform „Biofilm" in besonderem Maße die Wundreinigung, lokale Antiseptik sowie die Wirksamkeit von systemischen Antibiotika.

Zur Bewertung der Wirksamkeit gegenüber Biofilmen von den in der klinischen Praxis zur Wundreinigung eingesetzten Lösungen wurde die Biofilmyl-Methode verwendet. Diese erlaubt eine exakte Quantifizierung des Biofilms mittels der aus den bakteriellen Zellwänden freigesetzten Endotoxine. Hierzu wurden zunächst Biofilmprüfkörper mit der Spezies Pseudomonas aeruginosa auf Silikonoberflächen angezüchtet und in getrennten Versuchen anschließend über jeweils 24 Stunden

  1. isotonischer Kochsalzlösung,
  2. Ringerlösung sowie
  3. einer tensidischen Polihexanid-Lösung (Prontosan W) ausgesetzt.

Als Ergebnis zeigte sich sowohl unter Einwirkung der Kochsalz- als auch der Ringer-Spüllösung keine Minderung der Biofilm-Ausgangskonzentration, während die tensidische Polihexanid-Lösung eine signifikante Wirkung (p < 0,001) im Sinne einer Reduktion des Biofilms um 87 % erreichte.

Neben der „Beeinflussung des Granulationspotentials" und der „Therapeutischen Breite" einer Spüllösung sollte auch die Eliminationswirkung gegenüber Biofilm als relevanter Parameter in die Gesamtbewertung einbezogen werden. Da polihexanid-haltige Lösungen auch hinsichtlich dieser Parameter wesentliche Vorteile aufweisen, scheint es sinnvoll, die bisher gängige Praxis der Wundspülung mit Ringerlösung oder isotoner Kochsalzlösung im Rahmen umfassender klinischer Untersuchungen kritisch zu prüfen.

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Ausgaben für Diabetes steigen

von Stefanie Kreiss, Hamburg

Die Kosten für die Behandlung der Volkskrankheit Diabetes werden das deutsche Gesundheitssystem immer stärker belasten. Dies ist das Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Studie einer Forschungsgruppe der Universität Köln. Für das Jahr 2010 muss nach Einschätzung der Forscher mit einem Anstieg der Zahl der Erkrankten von derzeit sechs Millionen auf rund zehn Millionen Patienten gerechnet werden. Daraus errechnet sich ein Anstieg der Ausgaben für Krankenversorgung und Pflegeversicherung auf rund 25 Mrd. Euro. Hinzu kommen indirekte Kosten durch Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung in Höhe von etwa 13 Mrd. Euro.
"Wir brauchen groß angelegte Präventionskampagnen, um diese Entwicklung aufzuhalten", sagt Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin in München und einer der Autoren der Analyse. "Wenn nichts getan wird, kommen sehr große finanzielle Belastungen auf die Volkswirtschaft zu." Basis der Studie sind die Daten von rund 306.700 Versicherten der Allgemeinen Ortskrankenkasse und der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen aus dem Jahr 2001.


Aus der FTD vom 28.07.2005
© 2005 Financial Times Deutschland

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Literaturhinweis

P.D. Asmussen und B. Söllner:

Wundversorgung: Prinzipien der Wundheilung


Das international renommierte Buch „WUNDVERSORGUNG“ von P.D. Asmussen und Brigitte Söllner steht in einer überarbeiteten Neuauflage zur Verfügung. Das Buch war in den letzten Jahren auf Grund der großen Nachfrage vergriffen und wird ab Oktober 2005 ausschliesslich über KAMMERLANDER-WFI Wundmanagement® vertrieben.

Vorbestellungen zum Subskriptionspreis von 39,- Euro bis 15.09.2005 (danach 48,- Euro) über folgenden Link: nach oben
http://www.wfi.ch/content/buecher/buecher.php

Industrienachrichten

EDV-Dokumentationssystem Jalomed WD

Was dokumentiert wurde gilt als durchgeführt, was nicht dokumentiert wurde gilt als nicht durchgeführt. Vor diesem Hintergrund und strengeren gesetzlichen Bestimmungen wird eine gute Dokumentation immer wichtiger, auch als Schutz vor juristischen Angriffen. Zunehmend verlangen Leistungsträger Einblick in die Dokumentation und vermindern/verweigern Vergütungen, wenn eine Durchführung der Leistung nicht oder nicht vollständig dokumentiert ist. Durch dieses steigende Kostenbewusstsein werden immer höherer Anforderungen an einen Nachweis von Qualität und Effizienz in der Pflege gestellt.
Unter dem Dach der Jalomed GmbH entstand eine Wundmanagement-Software, Jalomed WD, die effektiv einsetzbar und praxisrelevant in ihren Merkmalen ist. Das System wird nicht, wie üblich, käuflich erworben, sondern durch eine Nutzungsgebühr von 1,- Euro pro Tag gemietet. Dieser Gesamtbetrag von 365,- Euro im Jahr beinhaltet auch alle Weiterentwicklungen und Updates.

Diese Systemlösung können Sie bei den Anwenderkursen in Bad Gandersheim im Detail kennen lernen. Zusätzlich wird in einem Workshop die ordnungsgemäße Durchführung der Fotodokumentation von Wunden vorgestellt und deren Implementierung in EDV-Dokumentationssystemen am Beispiel von Jalomed WD demonstriert.

Weitere Informationen zu den Anwenderkursen
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Weitere Informationen zum EDV-Dokumentationssystem (als pdf-Datei)