September 2005

Endlich Klarheit bei Trink- und Sondennahrung / Ersatzvornahme des Ministeriums
Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von Staphylococcus aureus und klinischen sowie mikrobiologischen Indikatoren bei chronischen Wunden
Industrienachrichten:
PROMOGRAN PRISMATM

BVMed-Pressemeldung Nr. 54/05 vom 1. September 2005

Quelle: http://www.bvmed.de/presse.php?10797

Endlich Klarheit bei Trink- und Sondennahrung / BVMed begrüßt Ersatzvornahme des Ministeriums

Berlin. Die heute (01.09.2005) veröffentlichte Ersatzvornahme des Bundesgesundheitsministeriums zur Erstattungsfähigkeit von Trink- und Sondennahrung ist aus Sicht des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, eine „gute Nachricht für alle betroffenen Patienten“. Damit herrsche endlich Klarheit, welche Leistungen bei der künstlichen Ernährung von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.

Die entsprechende Verordnung tritt zum 1. Oktober 2005 in Kraft. Ärzte, Leistungserbringer und Patienten hätten damit ausreichend Zeit, sich auf die neuen Erstattungsgrundlagen einzustellen.

Die neue Verordnung listet auf sechs Seiten kurz und prägnant auf, welche Produkte unter welchen Voraussetzungen verordnet werden können. Damit ist sichergestellt, dass bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden Nahrungsaufnahme enterale Ernährung erstattungsfähig ist, wenn eine Modifizierung der normalen Ernährung und/oder sonstige ärztliche, pflegerische oder ernährungstherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen.

Da Produkte, die speziell für besondere Krankheitsbilder (z. B. Diabetes mellitus) entwickelt wurden, nicht mehr verordnungsfähig sein sollen, muss eine „ausschleichende Nahrungsumstellung“ sichergestellt werden. Dem trägt das Ministerium mit dem Inkrafttreten der Ersatzvornahme zum 1. Oktober 2005 Rechnung. Somit können im September die Patienten auf die neuen Produkte umgestellt werden, während übergangsweise noch die Spezialprodukte verordnet werden dürfen, so der BVMed.

Die vom Ministerium erlassenen Richtlinien sind auf der Internet-Seite des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung abrufbar (www.bmgs.bund.de).

Auswirkungen der neuen Richtlinie:

Eine medizinische Notwendigkeit („Indikation“) für enterale Ernährung ist immer dann gegeben, wenn die Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung fehlt bzw. andere Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen….

Weiterhin verordnungsfähig :

  • Standardsondennahrung bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden Ernährung
  • Standardtrinknahrung bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden Ernährung
  • Defektspezifische Aminosäurenmischungen
  • Spezialprodukte für Niereninsuffiziente
  • Altersadaptierte Produkte für Säuglinge und Kleinkinder
  • Niedermolekulare Produkte oder Produkte mit MCT – Fetten für Patienten mit Fettverwertungsstörungen oder Malassimilationssyndromen
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Mitteilungsblatt des Diätverbandes (pdf-Datei)

Staphylococcus aureus is Associated With High Microbial Load in Chronic Wounds

Gardner SE, Frantz RA, Saltzman ChL, Dodgson KJ

Wounds 16(8) 2004: 251-257

Eine hohe Populationsdichte von Staphylococcus aureus behindert die Wundheilung. Es ist daher wünschenswert, möglichst einfache Indikatoren für eine derartige Keimbesiedlung zu kennen, um gezielt und rechtzeitig zu therapieren.

Zweck dieser Studie war die Untersuchung, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von Staphylococcus aureus und klinischen sowie mikrobiologischen Indikatoren bei einer lokalen Besiedlung in chronischen Wunden besteht. 66 Patienten mit chronischen Wunden wurden in diese Studie eingeschlossen (Tab 1).

Die Gruppierung der Wunden erfolgte danach, ob eine Besiedlung mit S. aureus vorlag oder nicht. Verglichen wurden die klinischen Zeichen einer Infektion, die mikrobielle Besiedlung (d.h. Anzahl von Organismen pro Gramm Gewebe) und die Vielfalt der Arten (d.h. Anzahl anderer Arten in der Wunde).

Mit S. aureus besiedelte Wunden enthielten signifikant mehr als 105 Organismen pro Gramm Gewebe im Vergleich zu nicht S. aureus enthaltenden Wunden (Fisher Test p = < 0.001, Tab. 2). Es gab allerdings keine statistisch gesicherten Unterschiede zwischen den Gruppen in Hinsicht auf klinische Infektionszeichen oder die Vielfalt mikrobieller Spezies. Es bedarf daher weiterer Untersuchungen um geeignete Indikatoren zu finden.

Tab. 1: Charakterisierung der untersuchten Wunden

 
Alle Wunden (n=66)
Wunden mit Staph. aureus (n=34)
Wunden ohne Staph. aureus (n=32)
Wundart
diab. Fußsyndrom
51 (77%)
26 (76%)
25 (79%)
Dekubitus
5 (8%)
3 (9%)
2 (6%)
Ulcus cruris venosum
5 (8%)
3 (9%)
2 (6%)
andere
5 (8%)
2 (6%)
3 (9%)
mittlere Heildauer in Wochen (SD)
32.4 (± 89.43)
154.0 (± 503.46)
30,0 (± 31.15)
Mittlere Wundgröße (SD)
Fläche (cm²)
12,0 (± 24.66)
7,8 (± 15.77)
16,43 (± 31.15)
Tiefe (cm)
0,7 (± 0.91)
0,7 (± 0.99)
0.8 (± 0.82)

Tab. 2: Klinische und mikrobiologische Indikatoren

 
Alle Wunden (n=66)
Wunden mit Staph. aureus (n=34)
Wunden ohne Staph. aureus (n=32)
klinisch infiziert (%)
12 (18%)
6 (18%)
6 (19%)
> 105 Erreger pro Gramm Gewebe (%)*
24 (36%)
20 (59%)
4 (13%)
Anzahl unterschiedlicher Arten (SD)
2.7 (± 2.02)
3.1 (± 1.61)
2.3 (± 2.33)

* p < 0.00

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Industrienachrichten

PROMOGRAN PRISMATM

Für Deutschland steht die Einführung eines neuen Produktes von Johnson & Johnson Wound Management bevor.

PROMOGRAN (Protease modulierende Matrix) wird es zukünftig in einer mit Silber angereicherten Form geben. Der Produktname lautet PROMOGRAN PRISMATM.

Das neue Produkt besteht aus einer Kombination von Kollagen, oxydierter regenerierter Cellulose (ORC) und Silber-ORC (0,25% ionisch gebundenes Silber). Neben seiner das Wundmilieu modulierenden Funktion, insbesondere bei chronischen Wunden, führt die Applikation von PROMOGRAN PRISMATM zu einer Reduktion des Bakterienwachstums. Hierdurch kann die Gefahr von klinischen Wundinfektionen weitestgehend minimiert werden.

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