April 2006

Die Bedeutung des pH-Wertes für die Wundheilung
Bonus-Malus-Regelung gilt nicht für Medizinprodukte (Wundbehandlungsmittel)
Unterstützt Ernährung die Wundheilung?

Diesen Artikel stellte dankenswerter Weise die Paul Hartmann AG Heidenheim zur Verfügung. 

Dissemond, J.

Die Bedeutung des pH-Wertes für die Wundheilung

Hartmann WundForum 1/2006: 15-19 

Der pH-Wert im Milieu chronischer Wunden beeinflusst direkt oder indirekt zahlreiche Faktoren der Wundheilung. Es ist seit mehr als drei Jahrzehnten ein Dogma in der Therapie chronischer Wunden, dass ein niedriger pH-Wert ein für die Wundheilung förderliches Milieu darstellt. Es existieren jedoch bislang sehr wenige klinische Untersuchungen, die diese These belegen. Zudem gab es immer wieder Publikationen, die zeigen konnten, dass Teilaspekte der Wundheilung wie beispielsweise die Einheilrate von Hauttransplantaten durch ein alkalisches Wundmilieu günstig beeinflusst werden. In diesem Übersichtsartikel wird die Weltliteratur zu dem Themenkomplex des pH-Wertes des Wundmilieus und dessen Beeinflussung der Wundheilung vorgestellt und kritisch diskutiert. Es wird gezeigt, dass es keinen pH-Wert in Wunden gibt, der sämtliche Phasen der Wundheilung positiv beeinflusst. Jedoch kann es hilfreich sein, den pH-Wert des Wundmilieus zu bestimmen und gezielt zu beeinflussen, um in einzelnen Phasen der Wundheilung therapeutische Strategien individuell festzulegen oder diese zu ermöglichen.

kompletten Artikel lesen nach oben

AVWG tritt am 1. Mai 2006 in Kraft

„Bonus-Malus-Regelung gilt nicht für Medizinprodukte“

Pressemitteilung des Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) vom 12.04.2006 - 30/06

Quelle: www.bvmed.de  

Berlin. Die Bonus-Malus-Regelung des neuen Gesetzes zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung (AVWG) findet grundsätzlich keine Anwendung auf verschreibungspflichtige Medizinprodukte, Verbandmittel und Produkte der enteralen Ernährungstherapie in der vertragsärztlichen Versorgung. Darauf hat der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, heute in Berlin hingewiesen.  

Das Gesetz sollte ursprünglich bereits zum 1. April 2006 in Kraft treten. Durch Intervention der Bundesländer im Bundesrat verzögerte sich die Verabschiedung. Der Bundesrat hat vor wenigen Tagen, im April 2006, den Weg für das AVWG frei gemacht, sodass das Gesetz nunmehr am 1. Mai 2006 in Kraft tritt. Das beschlossene Gesetz unterscheidet sich inhaltlich nicht von den bisherigen Entwurfsregelungen.  

Die Verordnungs-, Erstattungs- und Zuzahlungsregelungen für Verbandmittel, verschreibungspflichtige Medizinprodukte oder Produkte der enteralen Ernährungstherapie bleiben unverändert bestehen, so der BVMed.

nach oben

Diesen Artikel stellte dankenswerter Weise die Paul Hartmann AG Heidenheim zur Verfügung.

Dissemond, J.

Unterstützt Ernährung die Wundheilung?

Hartmann WundForum 2/2005: 16-18

Das am häufigsten von einer Wunde betroffene Organsystem ist die Haut. In den westlichen Industrienationen leiden 1 - 2 Prozent der Bevölkerung unter einer chronischen Wunde. Die Zahl der in Deutschland an einem chronischen Hautdefekt leidenden Patienten wird auf 2 - 4 Millionen geschätzt, von denen mindestens 60 Prozent ein Ulcus cruris aufweisen. Die meisten Patienten mit einem Ulcus cruris sind älter als 60 Jahre.

Der Begriff Malnutrition beschreibt einen Zustand der Fehl- oder Mangelernährung. Bedingt durch eine Malnutrition kann insbesondere bei älteren, oft multimorbiden Patienten mit einem Ulcus cruris gehäuft eine katabole Stoffwechsellage objektiviert werden. Der Katabolismus ist ein wesentlicher Kofaktor in der Entstehung einer Malnutrition, die ihrerseits die Wundheilung verzögert und so wiederum die katabole Stoffwechsellage verschlechtert.

In zahlreichen klinischen Studien mit älteren Patienten, die teilweise unter einem Ulcus cruris litten, konnten bei dem sehr heterogenen Patientenklientel ein Mangel in bis zu 85 Prozent an Zink, in bis zu 75 Prozent an Albumin, in bis zu 60 Prozent an Eisen, in bis zu 56 Prozent an Vitamin C, in bis zu 26 Prozent an Vitamin E, in bis zu 17 Prozent an Folsäure sowie gehäuft ein Mangel an Kalzium oder Vitamin B6 gefunden werden.

Exemplarisch wurde für das Vorliegen eines Proteinmangels gezeigt, dass eine Korrelation mit den zunehmenden Lebensjahren, insbesondere nach dem 70. Lebensjahr, besteht. In einer Untersuchung von Patienten mit einem Ulcus cruris venosum fiel zudem auf, dass, obwohl zirka 50 Prozent der Patienten übergewichtig waren, bei 85 Prozent der Patienten eine mangelhafte Kalorienzufuhr und bei 84 Prozent eine Malnutrition bestimmt werden konnte. Es ist daher sinnvoll, bei älteren Patienten mit einem therapierefraktären Ulcus cruris serologische Parameter zur Objektivierung einer Malnutrition zu bestimmen.

Ein nachgewiesener Nährstoffmangel bedingt eine Verminderung der Proteinsynthese sowie der Zellproliferation und prolongiert somit eine ohnehin gestörte Wundheilung.

Nach Feststellung eines Nährstoffmangels muss mit dem Patienten und/oder seinem sozialen Umfeld gemeinsam gesprochen werden, ob eine ausreichende, bewusste Ernährungsumstellung realisiert werden kann. Andernfalls sollte eine gezielte Substitution erfolgen, die entweder peroral, via perkutaner endoskopischer Gastronomie (PEG) oder totaler parenteraler Ernährung (TPE) erfolgen kann.

In einer systematischen Cochrane-Übersichtsarbeit konnte eine Beschleunigung der Wundheilung bei Patienten mit Ulcus cruris venosum oder Ulcus cruris arteriosum durch Zinksubstitution gezeigt werden, wenn zuvor bei diesen Patienten ein Zinkmangel vorlag.

kompletten Artikel lesen (pdf-Datei) nach oben