Mai 2006

Wund(er)mittel Hyaluronsäure
Ernährungssituation deutscher Senioren ist besorgniserregend
Vakuumtherapie auf dem Prüfstand
Vergleich moderner Wundauflagen mit Gaze-Verbänden bei chirurgischen Wunden
Neue Produkte
UrgoCell Silver
Biatain - Ibu Schaumverband

Dieser Artikel wurde dankenswerter Weise vom Verlag Bibliomed Medizinische Verlagsgesellschaft mbH zur Verfügung gestellt.

Wund(er)mittel Hyaluronsäure

Hoppe, Heinz-Dieter:
Wundentherapie: Wund(er)mittel Hyaluronsäure
Die Schwester Der Pfleger 45. Jahrg. 5/06: 354-359

Hyaluronsäure ist ein wichtiges Polysaccharid im menschlichen Körper. Sie kommt ubiquitär vor und befindet sich zu ca. 50% in der Haut. Sie beeinflusst maßgeblich den Informationsaustausch zwischen den Zellen und hat daher große Bedeutung für Wundheilungsprozesse. In embryonalem Gewebe führt die Wirkung von Hyaluronsäure zu einer narbenfreien Abheilung.

Für die Therapie chronischer Wunden stehen verschiedene Hyaluronsäurederivate (HYAFF) zur Verfügung. Deren hohe Effizienz konnte in einer Reihe von Untersuchungen nachgewiesen werden. Leider führen im Vergleich zu den USA und Großbritannien diese Wundbehandlungsmittel in Deutschland nur ein Schattendasein. Es wäre wünschenswert, wenn hyaluronsäurehaltige Produkte stärker als Therapieoption für die Behandlung chronischer Hautdefekte in Betracht gezogen würden. 

Kompletten Artikel lesen: www.wundheilung.net/News/2006/HoppeHYAFF.pdf nach oben

Experten: Ernährungssituation deutscher Senioren ist besorgniserregend

Bis zu zehn Prozent der zu Hause lebenden Senioren und zwischen 40 und 60 Prozent aller Altenheimbewohner sind mangelernährt. Dies ist das zentrale Ergebnis eines internationalen Experten-Meetings der BANSS-Stiftung.

Ein Grund für diese hohe Zahl sei, dass die meisten Ernährungsstörungen nicht erkannt werden. Es fehle an allgemein anerkannten Diagnosekriterien, die es dem Arzt erlauben, eine Mangelernährung zu erkennen, so Dr. Jürgen Martin Bauer, Spezialist für Altersheilkunde (Geriatrie) an der Universität Erlangen, in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW).

Die wertvollsten Hinweise ergeben sich für Bauer aus den Angaben der älteren Menschen sowie einfachen Messungen wie Body Mass Index und Wadenumfang. Hierzu haben Experten zwei einfache Tests entwickelt. Der ausführliche „MNA“ (Mini Nutritonal Assessment) und der etwas schnellere NRS 2002 (Nutritonal Risk Screening) erlaubten es, sich innerhalb kurzer Zeit einen ersten Eindruck vom Ernährungszustand seiner älteren Patienten zu machen, so der Mediziner. Er fordert: „Diese Tests sollten ab dem 65. Lebensjahr bei allen Menschen durchgeführt werden, insbesondere aber bei Bewohner von Altenheimen und Krankenhauspatienten." (Quelle: CAREkonkret, Woche 17/2006)

http://www.vincentz.net/carekonkret/

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Vakuumtherapie auf dem Prüfstand

IQWiG-Bericht zur Wundbehandlung

Quelle: BVMed-Newsletter Nr. 20/06 – 22. Mai 2006

Köln. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat einen Bericht zur Vakuumsversiegelungstherapie publiziert. Das Institut sieht derzeit keine Überlegenheit dieser Therapie gegenüber konventioneller Wundbehandlung. Es empfiehlt daher, die Therapie nicht in der Breite und außerhalb von Studienbedingungen anzuwenden. Experten kritisieren in der Anhörung die fehlende ökonomische Nutzenbetrachtung. Außerdem habe sich die  Nutzenbewertung nicht auf das höchste verfügbare Niveau gestützt. Über die Aufnahme der Therapie in den ambulanten Leistungskatalog der GKV muss nun der G-BA entscheiden.

Der Abschlußbericht ist zu finden unter: http://www.iqwig.de/pdf.php?url=pdf.397.html nach oben

Vergleich moderner Wundauflagen mit Gaze-Verbänden bei chirurgischen Wunden

Ubbink DT, Vermeulen H, Goossens A, Kelner RB, Schreuder SM, Lubbers MJ: Randomized clinical trial comparing modern versus gauze dressings to treat open wounds in surgical patients
The 19th annual Symposium on Advanced Wound Care and 16th Medical Research Forum on Wound Repair, April 30 – May 3, 2006. San Antonio, Texas, USA. Ostomy Wound Management April 2006 Vol. 52 Issue 4: 112

Die Autoren verglichen „moderne“ Wundauflagen mit „klassischen“ Gazeverbänden zur Therapie offener Wunden unterschiedlicher Genese innerhalb einer stationären chirurgischen Einrichtung.

Zu den modernen Wundauflagen zählten Schäume, Alginate, Hydrokolloide, Hydrogele und Filme. Klassische Gazeverbände wurden trocken, feucht oder als Paraffingaze appliziert.

Die Autoren randomisierten 285 Patienten. Von den 419 Wunden waren 62% postoperativ, 23% traumatisch, 7% durchblutungsgestört, 5% diabetisch bedingt und 3% Druckulzerationen.

In jeder Behandlungsgruppe erfolgte die Auswahl der Wundauflage entsprechend der Exsudation und Wundfarbe. Ermittelt wurden Zeitpunkt der vollständigen Wundheilung, Schmerz während der Verbandwechsel (visuelle 10-Punkte Analogskala) und Kosten der Pflegekräfte sowie der Verbandmaterialien. Der Untersuchungszeitraum belief sich auf sechs Monate.

Der jeweilige Zeitpunkt der vollständigen Wundheilung war ähnlich und lag in der „modernen“ Gruppe bei 66 Tagen (Median*), der Hälftespielraum* variierte zwischen 29 und 132 Tagen. In der „klassischen“ Gruppe betrug der Median* 47 Tage, bei einem Hälftespielraum* von 26 bis 106 Tagen (log rank*: P=0,421).

618 Messungen dienten als Grundlage für die Erfassung des Schmerzes und der Kosten. Der Schmerzscore erwies sich als niedrig und vergleichbar: 0,54 (Hälftespielraum*: 0,29-2,14) in der „modernen“ Gruppe gegenüber 0,63 (Hälftespielraum*: 0,30-2,00) in der Gaze-Gruppe (log rank*: P=0,914).

Die Tageskosten der „modernen“ Wundauflagen waren signifikant erhöht gegenüber Gaze (5,83 gegenüber 2,55, P<0,001). Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Kosten für das Pflegepersonal signifikant bei der Applikation von Gaze-Wundauflagen (modern: 0,89 gegenüber Gaze: 2,36 (P<0,001). Ursächlich waren dafür die häufigeren Verbandwechsel unter Gaze verantwortlich. Die daraus resultierenden Gesamtkosten für die lokale Wundbehandlung pro Patient und Tag im Krankenhaus betrugen in der „modernen“ Gruppe 6,98 gegenüber 4,65 in der Gaze-Gruppe (P=0,071).

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* Erläuterungen:

Median: Der Median (Zentralwert) einer Beobachtungsreihe ist der Wert des mittelsten Elements. Er wird von je 50% der Elemente über- oder unterschritten. Er wird insbesondere bei schiefen Verteilungen sowie beim Vorliegen von Ausreißern und unsicheren Werten an den Verteilungsenden zur Charakterisierung des mittleren Typus der Verteilung anstelle des arithmetischen Mittels angewendet.

Hälftespielraum: Der Hälftespielraum ist ein Streuungsmaß. Er ist gleich der Differenz zwischen dem dritten und dem ersten Quartil der Werte einer Beobachtungsreihe. Der Name Hälftespielraum rührt daher, dass im Bereich zwischen den genannten Quartilen die Hälfte der Werte einer Beobachtungsreihe liegen.

log rank: Der „log rank“ dient zur Darstellung der Irrtumswahrscheinlichkeit.

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Neue Produkte

UrgoCell Silver

UrgoCell Silver ist eine mit Silbersalz getränkte Lipidokolloid-Wundauflage mit antimikrobieller Wirksamkeit. Die sterile, absorbierende, nicht haftende und nicht okklusive Wundauflage UrgoCell Silver ist ein Produkt der exklusiven und patentierten Lipidokolloid-Technologie (TLC) der Firma URGO.

Zusammensetzung: 3-schichtige, antimikrobielle Wundauflage: TLC-Matrix aus Polyesterfasern mit Hydrokolloidpartikeln (Carboxymethylcellulose), Vaseline und Silbersalz; superabsorbierende Kompresse aus Polyurethanschaum; Vliesstoffträger aus Polyurethan.

Anwendungsgebiete: Infektionsgefährdete, nässende, chronische Wunden (Druck- und Unterschenkelgeschwüre) und akute Wunden (Verbrennungen 2. Grades, Hautabschürfungen, traumatische oder chirurgische Wunden).

UrgoCell Silver gibt es in drei Größen. Die Wundauflage muß mit einem Sekundärverband fixiert werden.

www.urgo.de

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Biatain - Ibu Schaumverband

Ungeachtet der medizinischen Fortschritte stellt die Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden noch immer eine Herausforderung dar. Insbesondere Schmerzen sind dabei ein wesentlicher Faktor, dem noch nicht ausreichend Rechnung getragen wurde. Schmerzfreiheit ist für Patienten ein ebenso zentrales Thema wie der Wundverschluss. Daher sollte nicht nur die Wundheilung das Ziel einer adäquaten Wundbehandlung sein, sondern auch eine geeignete Schmerzreduktion.

Hier setzt das neue Behandlungskonzept von Coloplast an: Mit dem Biatain - Ibu Schaumverband ist es erstmals gelungen, exzellentes Exsudatmanagement um die schmerzlindernde Wirkung von Ibuprofen zu ergänzen. Hierbei entfaltet der Verband den schmerzlindernden Effekt während der Tragezeit der Wundauflage und während des Verbandwechsels. Der Wundschmerz wird lokal reduziert und die Lebensqualität der Patienten erhöht. Gleichzeitig unterstützt der Schaumverband die Wundheilung durch ein feuchtes Wundmileu.

Der Biatain - Ibu Schaumverband ist zur Behandlung exsudierender, schmerzender Wunden wie Ulcus cruris, Dekubitus, Diabetisches Fußsyndrom, Brandwunden Grad I und IIa, Spalthautentnahmestellen, postoperative Wunden und Hautabschürfungen indiziert, sofern keine tieferen Schichten als die Haut betroffen sind.

Biatain-Ibu Schaumverband wird als nicht haftende und sanft haftende Variante in bis zu vier Größen angeboten.

www.coloplast.de

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