Juni 2006

Ergebnisse der Untersuchungen zur Kompatibilität eines hydrosomenhaltigen Wundgels mit anderen Materialien der modernen feuchten Wundbehandlung
Chronische Wunden und Fibroblastenalterung - Behandlungsoptionen
Die Pflege-Zukunft
Industrienachrichten
Wunddokumentationsset
Trainingsvideo zur Pflege von MRSA-Patienten

Eberlein, Th.; Hoffmann, M.; Asmussen, P.D.; Rombach, C. et al.:

Ergebnisse der Untersuchungen zur Kompatibilität eines hydrosomenhaltigen Wundgels mit anderen Materialien der modernen feuchten Wundbehandlung

ZfW Nr. 2/06: 62-67

Einleitung: Repithel ist ein hydrosomenhaltiges Wundgel. Hydrosomen unterstützen durch körperidentische Phospholipide aktiv die Wundheilung. In die Hydrosomen eingelagert ist eine optimale Dosis PVP-lod zur Infektionsprophylaxe. Ziel der Untersuchung war, die Kompatibilität von Repithel mit verschiedenen Wundauflagen zu prüfen.

Material und Methoden: Dies erfolgte auf allen relevanten Ebenen: der chemisch-physikalischen, der makroskopisch-makrofotografischen und der klinischen Ebene. Damit war sichergestellt, dass alle vorstellbaren relevanten Phänomene einer möglichen Inkompatibilität erfasst werden. Mit der chemisch-physikalischen Testung konnten grundsätzliche Inkompatibilitäten vorab erkannt werden. Die makroskopisch-makrofotografische Untersuchung unter labormäßigen Bedingungen simulierte die praktische Anwendung und ermöglichte, die definiert reagierenden Produkte vor, während und nach der Anwendung zu untersuchen und mittels makrofotografischer Techniken eventuell auftretende strukturelle Beeinflussungen und Veränderungen zu erkennen. Die klinische Prüfung schließlich diente der Gewinnung adäquater Daten aus dem Anwendungsalltag. Geprüft wurden 21 häufig verwendete Wundauflagen: Wundfolien, imprägnierte Wundgazen, Hydrokolloide, Alginate, Schaumstoffe/Hydropolymere, Hydrofaser-Verbände, ein Feuchtkissen und eine silikonbeschichtete Wundauflage.

Ergebnisse: Alle geprüften Wundauflagen waren kompa­tibel mit Repithel. Bei allen Kombinationen war eine gute Materialverträglichkeit und Wundverträglichkeit gewährleistet, die Handhabung war problemlos.

Diskussion: Ein modernes Wundmanagement erfordert oft den kombinierten Einsatz verschiedener Wundauflagen. Für das Wundtherapeutikum Repithel ist die Kompatibilität mit Wundauflagen aus verschiedenen Gruppen belegt und damit eine hohe Therapiesicherheit auch bei Kombination mit anderen Wundbehandlungsmitteln gewährleistet.

nach oben

Chronische Wunden und Fibroblastenalterung - Behandlungsoptionen

Harding, K.G.; Moore, K.; Phillips, T.J.:
Wound chronicity and fibroblast senescence – implications for treatment
International Wound Journal, Vol 2, No 4, 2005: 364-368

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Größe und dem Alter eines Ulcus zu seiner Heilungsrate. Die Heilungschancen von venösen Ulcera, die kleiner als 10 cm² sind und weniger als 12 Monate bestehen, liegen unter einer adäquaten Kompressionstherapie für 24 Wochen bei 71%. Während Ulcera über 10 cm² Größe und einem Bestehen von mehr als 12 Monaten nur mit einer Chance von 22% innerhalb von 24 Wochen trotz Kompressionstherapie abheilen. Stellt man die Unterschiede zwischen heilenden und nicht heilenden Wunden auf mikrozellulärer Ebene heraus, so sind eine Reihe von Beeinflussungsfaktoren festzustellen. Diese sind z.B. eine verlängerte Entzündungsphase, eine Unbalance von Wachstumsfaktoren und Zytokinen, Defekte an der extrazellulären Matrix, fehlende Keratinozytenmigration oder modifizierte Fibroblastenfunktionen. Auch die Hemmung der Proliferation von Fibroblasten scheint einer dieser Faktoren zu sein. So konnten unter Einwirkung von Stress infolge einer anhaltenden Entzündungsreaktion vorzeitig überalterte Phänotypen von Fibroblasten in chronischen Wunden nachgewiesen werden. Ein Anteil von mehr als 15% gealterter Fibroblasten wurde als Grenzwert für eine verzögerte Wundheilung definiert. Der Anteil degradierter (überalterter) zu nicht degradierten Fibroblasten stellt somit einen kritischen Faktor für das Ansprechen einer Behandlung dar.

Eine Vielzahl von im Labor gezüchteten Geweben (Tissue engineering) enthalten nicht degradierte Fibroblasten. Nach Applikation derartiger Zelltranplantate können nicht degradierte Fibroblasten das vorherrschende Wundmilieu dahingehend beeinflussen, dass der Anteil von überalterten Zellen unter 15% gedrückt wird. Für den chronischen Defekt besteht damit die Möglichkeit, in eine akute Wundheilungsphase zu wechseln.

nach oben

Die Pflege-Zukunft

BVMed-Newsletter Nr. 23/06 – 12. Juni 2006
Quelle: www.bvmed.de

Es gibt immer mehr ältere Menschen in Deutschland und damit auch immer mehr Pflegebedürftige. Prognosen zufolge wird sich ihre Zahl bis 2050 auf mehr als vier Millionen verdoppeln. Statt der bisher rund 600.000 Pflegeheimplätze werden dann schätzungsweise 2,4 Millionen solcher Betreuungsplätze benötigt. Die heute 20-bis 60-Jährigen haben nur wenige Kinder. Wenn sie alt werden, können nur wenige von ihnen vom eigenen Nachwuchs gepflegt werden. Wie der gigantische Betreuungsbedarf dann von der Gesellschaft finanziert werden kann, ist bislang unklar.

nach oben

Industrienachrichten

Wunddokumentationsset

Die Firma Mundipharma bietet als Service ein Wunddokumentationsset an. Es besteht aus einem übersichtlich gestaltetem Formular, in dem Wundlokalisation, Wundart und Wundursache einfach angekreuzt werden können. Der Wundverlauf wird unter Berücksichtigung relevanter Parameter auf der Formularrückseite dokumentiert. Ergänzt wird das Set von einem Block Einmallineale aus Papier für die Fotodokumentation und nützlicher Tipps zum Fotografieren von Wunden. Zusätzlich werden Informationen zur Rechtslage gegeben.

Das Wunddokumentationsset ist im Internet als Download unter

nach oben
www.repithel.de erhältlich (leider nur für einen eingeschränkten Kreis von DocCheck-Nutzern).
Wer nicht bei DocCheck angemeldet ist, kann alternativ das Set hier herunter laden: Mundipharma Wunddokumentation
Die Repithel Wundlineale aus Papier können unter der Service-Faxnummer (06431) 70 14 33 bei Mundipharma oder per Internet bestellt werden

Trainingsviedeo zur Pflege von MRSA-Patienten

Infektionen mit MRSA (Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus) nehmen weltweit zu. Der effektivste Weg, die Übertragung von MRSA zu einem frühen Zeitpunkt zu unterbinden, ist das Screening von Risikopatienten und die konsequente Dekontamination aller MRSA-infizierten und –kolonisierten Patienten. Wie erfolgt der Umgang mit diesen Patienten, was muß beachtet werden?

Eine Hilfestellung dazu bietet die Firma Schülke & Mayr mit einem Trainingsvideo. Hier werden alle pflegerischen Maßnahmen bei mit MRSA infizierten und kolonisierten Patienten Schritt für Schritt dargestellt – vom Screening über die erforderlichen Isolierungsmaßnahmen bis zur Dekontamination des Patienten.

Das Trainingsvideo kann als CD-ROM oder DVD über die Firma Schülke & Mayr gegen eine Schutzgebühr von 10,- Euro bezogen werden.

Kontakt:
Schülke & Mayr
Dr. Horst Braunwarth
Robert-Koch-Str. 2
22851 Norderstedt
e-mail: horst.braunwarth@schuelke-mayr.com

nach oben