August 2006

Hydrophobie und Bakterien
Methicillin resistenter Staphylococcus aureus in Deutschland auf Intensivstationen
Definitionen nosokomialer Infektionen (CDC-Definitionen des RKI)
 
Neue BVMed-Infokarten zu Verbandmitteln und Stomaprodukten
 
Industrienachrichten
Hautpflegeprodukte für den Diabetiker: NovaDiabet und NovaTop

Hydrophobie und Bakterien

Ljungh A, Yanagisawa N, Wadström T:
Using the principle of hydrophobic interaction to bind and remove wound bacteria
Journal of Wound Care, Vol. 15, No. 4, April 2006: 175-180 

Die Abbildungen wurden dankenswerter Weise von der Firma BSN medical zur Verfügung gestellt.

Die hydrophobe Wechselwirkung ist ein physikalisches Prinzip. Es beruht darauf, dass sich wasserabweisende Organismen und Substanzen aneinander anlagern und dabei von den umgebenden Wassermolekülen zusammen gehalten werden (Abb. 1). Dazu zählen wundpathogene Keime wie zum Beispiel Staphylococcus aureus oder Pseudomonas aeruginosa, aber auch wasserabweisende Oberflächen.



Eine Wundauflage mit einer hydrophoben Oberfläche ist Cutisorb-Sorbact. Kommen Bakterien im feuchten Milieu mit dieser Wundauflage in Kontakt, werden sie daran gebunden und mit jedem Verbandwechsel aus der Wunde entfernt (Abb. 2-4).

Abb. 2: Applikation von Cutisorb-Sorbact auf eine sezernierende Wunde. Abb. 3: Hydrophobe Interaktion: Bindung der Bakterien an Cutisorb-Sorbact. Abb. 4: Beim Verbandwechsel werden an der Wundauflage haftende Bakterien entfernt.


In-vitro Untersuchungen der Autoren zeigten Unterschiede in den hydrophoben Eigenschaften von Bakterien und Pilzen in Abhängigkeit von einer Kombination mit Antiseptika oder anderen Substanzen (Tab. 1). Die Ergebnisse lassen Schlußfolgerungen zur Wirksamkeit der Bakterienbindung an Cutisorb-Sorbact zu.

Tabelle 1 (Auszug): Einfluß der Wundbehandlung auf die Hydrophobie der Zelloberfläche
SAT* Octenisept Betaisodona Lavasept
Askina Hydrogel
Hypergel EMLA
S. aureus
0.12
0.5
0.5
1
0.1
>2
P. aeruginosa
0.12
1
1
2
0.25
>2
Candida albicans
0.25
1
0.1
0.5
0.1
2
*SAT (Salzaggregationstest): Je kleiner der Wert ist, um so höher wird die Hydrophobie eingeschätzt.

EMLA-Salbe (Lokalanästhetikum) senkte sehr stark die Hydrophobie, ebenfalls als ungünstig wurde Askina Hydrogel eingestuft. Günstige Werte erzielten Octenisept (Lokalantiseptikum) und Hypergel (hypertones Kochsalzgel).
Der Einsatz von Cutisorb-Sorbact stellt eine alternative Therapieoption in der Infektionsprophylaxe dar, insbesondere unter dem Hintergrund von Allergien und Resistenzentwicklungen.
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Methicillin resistenter Staphylococcus aureus in Deutschland auf Intensivstationen

Meyer E, Schwab F, Gastmeier P, Jonas D, Rueden H, Daschner FD:
Methicillin-resistant Staphylococcus aureus in German intensive care units during 2000-2003: data from Project SARI (Surveillance of Antimicrobial Use and Antimicrobial Resistance in Intensive Care Units).
Infect Control Hosp Epidemiol. 2006 Feb; 27(2):146-54

Das Ziel dieser Studie war die Analyse der Besiedlung von Intensivstationen mit MRSA in Deutschland. Basierend auf den Daten des Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (SARI) erfolgte die Auswertung für die Jahre 2000 - 2003.

Ergebnisse: Von 38 Intensivstationen lagen die Daten vor. Gemeldet waren 499.694 Patiententage und 9.552 S. aureus Isolate, einschließlich 2.249 MRSA Isolaten und 660.029 definierte Tagesdosen Antibiotika. Der relative Anteil von MRSA schwankte zwischen 0% bis 64,4%, das Mittel lag bei 23,6%. Die MRSA-Inzidenz schwankte zwischen 0 und 38,2 Isolaten pro 1.000 Patiententagen, mit einem Mittel von 2,77. Es konnte eine positive Korrelation zwischen MRSA-Besiedlung und der Anwendung von Imipenem und Ciprofloxacin festgestellt werden (p < 0,05).
Ein Vergleich der Daten von 2001 und 2003 zeigte eine Erhöhung der MRSA-Besiedlung auf 18 Intensivstationen (mittlere Erhöhung, 13,2% [Variation zwischen 1,6% - 38,4%]) und eine Verringerung auf 14 Intensivstationen (mittlere Verringerung, 12% [Variation zwischen 1,0% - 48,4%]).
Der verstärkte Einsatz von Cephalosporinen der dritten Generation, Glycopeptiden oder Aminoglycosiden korreliert signifikant mit einer Erhöhung des MRSA-Anteils (p < 0,05).

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Definitionen nosokomialer Infektionen (CDC-Definitionen des Robert-Koch-Insituts)

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Über folgenden Link können die Definitionen herunter geladen werden: http://www.rki.de (pdf-Datei)

Neue BVMed-Infokarten zu Verbandmitteln und Stomaprodukten

BVMed-Pressemeldung Nr. 46/06 vom 29. Juni 2006
Quelle: http://www.bvmed.de/presse.php?10871

Berlin. Der Bundesverband Medizintechnologien, BVMed, hat neue Informationskarten zur Erstattung von Verbandmitteln sowie Zubehör von Stomaprodukten aufgelegt. Mit den Infokarten informiert der BVMed in Kurzform über Definitionen, rechtliche Grundlagen sowie Verordnungs- und Erstattungsfragen der verschiedenen Bereiche des MedTech-Marktes. Alle Infokarten sind im Internet unter www.bvmed.de/publikationen/Infokarten_Merkblaetter/ abrufbar und bestellbar. Bestellungen bis zu zehn Exemplaren sind kostenfrei möglich.

Die aktualisierte BVMed-Infokarte „Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Verbandmitteln“ weist darauf hin, dass Verbandmittel nicht unter die Neuregelungen des Arzneimittel-Wirtschaftlichkeitsgesetzes (AVWG) fallen. Wörtlich heißt es: Verbandmittel „fallen nicht unter die Ausschlussregelung nach § 34 Abs. 1 S. 1 SGB V von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und auch nicht unter die Neuregelungen des AVWG.“ Verbandmittel können damit nach wie vor zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet werden.
Die Karte enthält auch eine neue Definition von Verbandmitteln: „Verbandmittel sind Medizinprodukte, die der Verhütung, Versorgung und/oder Behandlung von Wunden sowie der Stabilisierung, Immobilisation, funktionalen Mobilisation und/oder Kompression von Körperteilen zu dienen bestimmt sind.“
Die neue BVMed-Infokarte „Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Zubehör für die Stomaversorgung“ wurde auf Grund der zunehmenden Erstattungs- und Abrechnungsprobleme von Stomazubehör erarbeitet. Sie stellt eine Ergänzung der Infokarte „Erstattung von Stomaprodukten“ dar.

Der BVMed weist darauf hin, dass der Rechtsanspruch des Versicherten nicht nur für festbetragsgeregelte Hilfsmittel zur Stomaversorgung besteht. „Er umfasst auch das notwendige Zubehör, die Beratung und die Ausbildung im Gebrauch“, heißt es in der Infokarte. Stomazubehör zählt somit grundsätzlich zu den zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln. Bei Pflegebedürftigkeit oder Aufenthalt im Pflegeheim gilt der Anspruch des Versicherten auf Versorgung mit Stomaprodukten im Sinne des § 33 SGB V uneingeschränkt fort. Für den Arzt sind Hilfsmittel dabei weder budget- noch richtgrößenrelevant. 

Infokarte zur Erstattungsfähigkeit von Verbandmitteln unter:

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http://www.bvmed.de/publikation.php?15166

Industrienachrichten

Hautpflegeprodukte für den Diabetiker: NovaDiabet und NovaTop

Die Firma DiabetConcept bietet eine breite Palette an hochwertigen Pflegeprodukten für Menschen mit empfindlicher und/oder geschädigter Haut. Besonderes hervorzuheben sind die Pflegeserien NovaDiabet und NovaTop für die Haut des Diabetikers. Es stehen Produkte mit Harnstoffgehalten von 2% bis 40% zur Verfügung.

Neu und einmalig am deutschen Markt ist die Schrundencreme mit 40% Harnstoff. Durch den hohen Harnstoffanteil ist diese Creme hervorragend für stark geschädigte Haut bei diabetischer Neuropathie geeignet. Der Harnstoff trägt zu einer wesentlichen Verbesserung der Feuchtigkeitssituation in der äußersten Hautschicht, der Hornschicht, bei. Die in der Creme enthaltenen, optimal dosierten Fettbestandteile lagern sich auf der äußeren Epidermis ab, ohne dass es zu einer Fettversiegelung kommt. Der Feuchtigkeits-Lipid-Film kann sich regenerieren und somit den transepidermalen Feuchtigkeitsverlust reduzieren. Nach Verbesserung der Hautsituation wird eine Pflegecreme mit geringerer Harnstoffkonzentration eingesetzt.

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