Dezember 2006

Wund-Foto-Dokumentation
Recht: Handzeichen in der Dokumentation
Das Risiko einer Fremdkörperreaktion durch kleinste mikroskopische Tamponaden-/Bauchtuchpartikel
Erfolgreiche Behandlung therapierefraktärer chronischer Wunden mit DerMax
Einfluß von Wachstumsfaktoren (PDGF-BB ) auf die Menge entzündungsfördernder Zytokine in Wunden von Diabetikern

Wund-Foto-Dokumentation

Hoppe, H.-D. und Hederer, F.:
Was nicht dokumentiert wurde, gilt als nicht erbracht
Die Schwester Der Pfleger 45. Jahrg. 11/06: 900-904

Eine wesentliche Maßnahme zur Einschätzung der Wirksamkeit einer gewählten Therapie ist die Dokumentation. Bei einer akkuraten Durchführung gestattet es den Therapeuten, auch geringfügige Veränderungen zu erkennen. Dies ist insbesondere bei der Behandlung chronischer Wunden von Bedeutung. Hier sind Wundgrößenveränderungen von nur 1-2 mm pro Woche nicht ungewöhnlich. Ferner erhalten alle an der Therapie Beteiligten einen sofortigen Überblick über die Situation des Patienten bzw. Bewohners.
Die Dokumentation stellt darüber hinaus eine Qualitätskontrolle für alle Beteiligten dar. Für den Leistungserbringer ist die Dokumentation der Nachweis für die geleistete Arbeit und die verwendeten Materialien.
Bei rechtliche Auseinandersetzungen kommt der Dokumentation eine Schlüsselrolle zu: Alles was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht erbracht.

nach oben
mehr lesen unter: www.wundheilung.net/News/2006/HoppeWunddoku.pdf

Dieser Artikel wurde dankenswerter Weise vom Verlag Bibliomed Medizinische Verlagsgesellschaft mbH zur Verfügung gestellt.


Recht: Handzeichen in der Dokumentation

Quelle: Rechtsdepesche Nr. 5/2006: S. 163

Für die Anwendung von Handzeichen in einer Dokumentation ist eine Legende erforderlich, aus der eindeutig die Zuordnung zu einer Person möglich ist. Die Verwendung eines oder mehrerer Zeichen ist dabei aus rechtlicher Sicht unbedenklich, sofern eine eindeutige Identifizierbarkeit gewährleistet ist.

nach oben

Das Risiko einer Fremdkörperreaktion durch kleinste mikroskopische Tamponaden-/Bauchtuchpartikel

Sari A, Basterzi Y, Karabacak T, Tasdelen B, Demirkan F.:
The potential of microscopic sterile sponge particles to induce foreign body reaction.
Int Wound J 2006, 3: S. 363–368

Obwohl von vielen vernachlässigt, vermag eine sterile Tamponade/ Bauchtuch während des routinemäßigen Einsatzes in der Chirurgie eine bedeutende Menge an Flusen zu verlieren. In einer experimentellen Untersuchung wurde ein Modell entwickelt, um herauszufinden, in wie weit eine sterile Tamponade/Bauchtuch durch die Abgabe von Flusen eine Fremdkörperreaktion in Wunden respektive im Operationsgebiet auslösen kann. Bei 15 Ratten wurden separate subkutane Taschen geschaffen. Anschließend erfolgte ein zeitweiliges Ausstopfen der Taschen auf der linken Seite mit einer sterilen Tamponade, die rechtsseitigen Taschen blieben frei. Nach Entfernen der Tamponaden wurden alle Taschen mit steriler Kochsalzlösung ausgespült. Dies erfolgte zur Ermittlung des Anteils von mikroskopischen Rest-Partikeln in der Wunde. Im Weiteren wurde nach vier Wochen das Ausmaß der Inflammation und Fremdkörperreaktion im histologischen Präparat untersucht.
In 14 von 15 Fällen der Taschen mit Tamponadeneinlage konnten mikroskopische Rest-Partikel, sowie bei allen tamponierten Taschen Fremdkörper-Riesenzellen und teilweise Fremdkörpergranulome nachgewiesen werden. In Bezug auf die Ausprägung der Entzündungsreaktion ergaben sich statistisch signifikanter Unterschiede (p=0,012).

nach oben

A. Körber, J. Freise, J. Rietkötter, S. Grabbe, J. Dissemond:
Erfolgreiche Behandlung therapierefraktärer chronischer Wunden mit DerMax
ZfW 2006; 6: S. 310–314

Einleitung und Methode: Die Behandlung therapierefraktärer chronischer Wunden stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Eine innovative Therapieoption besteht in der Modulation der Matrix-Metalloproteasen (MMP) im Wundmilieu durch DerMax®. DerMax ist ein mit einer Salbe aus polyhydrierten Ionogenen (PHI-5) imprägnierter Wundverband. Das PHI-5 enthält eine synthetische Mischung verschiedener Metallionen.
Ergebnisse: Es erfolgte die prospektive Untersuchung von 5 Patienten mit chronischen Wunden, die sich trotz optimierter moderner Wundtherapie therapierefraktär zeigten. Die Wunden bestanden im Mittel seit 18,4 Monaten. Die mittlere Wundgröße konnte im Beobachtungszeitraum von 10 Wochen von 13,5 cm² auf 3,1 cm² reduziert werden. Bei allen Patienten konnte eine Induktion der zuvor stagnierenden Wundheilung erzielt werden. Bei einem Patienten kam es innerhalb von 6 Wochen zu einer vollständigen Abheilung. Bei den Patienten erfolgten zudem initial und im Verlauf einmal wöchentlich eine pH-Wert Messung. Durch die Verwendung von DerMax zeigte sich eine Verschiebung des pH-Wertes von 0,504 log-Stufen zwischen der ersten und zweiten pH-Wert Messung. Auch die Schmerzintensität sank von 1,4 auf 0,62 (Skala 0–5). Es zeigten sich keine objektiven Nebenwirkungen.
Schlussfolgerung: Unsere prospektive klinische Untersuchung belegt bei allen untersuchten Probanden mit einer therapierefraktären chronischen Wunde eine Induktion der Wundheilung und Reduktion der Schmerzsymptomatik durch die Verwendung von DerMax.

nach oben

Einfluß von Wachstumsfaktoren (PDGF-BB ) auf die Menge entzündungsfördernder Zytokine in Wunden von Diabetikern

Lobmann, R.; Pap, Th.; Ambrosch, A.; Waldmann, K.; König, W.; Lehnert, H.
Differential effects of PDGF-BB on matrix metalloprotease and cytokine release in fibroblasts of Type 2 diabetic patients and normal controls in vitro
J Diabetes Complications 20 (2006): S. 105-112

Ziel: Die Steuerung der komplexen Wundheilungsprozesse erfolgt durch verschiedene Wachstumsfaktoren. Der systemische Charakter des Diabetes mellitus fördert die Chronifizierung Diabetes-bedingter Wunden. Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Einflusses von Plättchen-abgeleiteten Wachstumsfaktoren (PDGF-BB) auf die Expression von Zytokinen und Matrix-Metalloproteasen (MMPs) während der Proliferation von Fibroblasten von Typ 2 Diabetikern.
Methoden: In die Untersuchung wurden sechs Typ 2 Diabetiker (mittlere Hba1c=7,5%) mit sechs gesunden Kontrollpersonen verglichen. Für die Untersuchungen erfolgte die Entnahme von Hautbiopsien aus den Oberschenkeln der Studienteilnehmer. Die daraus extrahierten Fibroblasten gelangten in eine in vitro Kultur, in der sie mit unterschiedlichen Konzentrationen von PDGF zur Proliferation stimuliert wurden. Nach 48 Stunden erfolgte die Messung von MMPs und Zytokinen mittels RT-PCR (TaqMan) und ELISA-Test.
Ergebnisse: Die Menge von MMP-2 war bei den Diabetikern signifikant erhöht gegenüber der Kontrollgruppe (p=0,019). Für MMP-9 konnte im Trend eine Erhöhung festgestellt werden (p=0,3). Auch IL-8 wies eine signifikante Erhöhung bei den Diabetikern auf (p=0,047). Nach Inkubation mit PDGF sanken die MMP-Spiegel signifikant (MMP-9, p=0,01 und MMP-13, p=0,04).
Schlussfolgerungen: In dieser Studie konnte erstmals in Fibroblasten-Kulturen von intakter Haut, nicht aus Wunden, der Nachweis erbracht werden, dass die Menge an entzündungsfördernden Zytokinen (besonders MMPs) bei Diabetikern erhöht ist. Diese Daten stützen die Hypothese, dass die Veränderungen in der Wundheilung von Diabetikern bereits auf zellulärer Ebene begründet liegen und damit den Systemcharakter des Diabetes mellitus widerspiegeln.

nach oben