Juni 2007

Superrechner gegen Supererreger
Wundheilung - MDC-Forscher identifizieren Schlüsselfunktion eines Moleküls
Hautregeneration mit Erythropoietin bei Verbrennungen
Häusliche Krankenpflege: Kasse muss auch bei verspätet eingereichter Verordnung zahlen
ForschungsReport zu funktionellen Lebensmitteln erschienen
MAID: Ein klinischer Prognose-Score für chronische Wunden

Superrechner gegen Supererreger
Quelle: DocCheck

Für Epidemiologen und Krankenhausmedizinern ist es ein Novum - und womöglich ein vollkommen neuer Ansatz im Kampf gegen zunehmende Resistenzen: Erstmals soll eine netzwerkbasierte Software zur Überwachung Antibiotika-resistenter Bakterien zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen unter:

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http://newsletter.doccheck.com/generator/718/3685/xhtml?user=e5925250ac7a3e9c573ec7674573222c

Wundheilung - MDC-Forscher identifizieren Schlüsselfunktion eines Moleküls

Barbara Bachtler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vom 19.04.2007
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Sie schützt ihn vor Umwelteinflüssen und Krankheitserregern, sie regelt den Wärmehaushalt und schützt ihn vor Austrocknung. Sie erneuert sich beim Menschen rundherum etwa einmal im Monat, indem sie ständig die abgestorbenen Zellen auf der Hautoberfläche abstößt und durch neue, aus der untersten Schicht der Oberhaut nach oben gewanderte Zellen ersetzt. Bei Hautverletzungen ist dieser Prozess beschleunigt, damit sich die Wunden rasch schließen und keine Krankheitskeime ins Körperinnere dringen. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Moleklulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben jetzt zeigen können, dass das Signalmolekül c-Met, das in der Embryonalentwicklung Zellwachstum und Zellwanderung steuert, auch eine Schlüsselrolle bei der Wundheilung der Haut spielt. Fehlt c-Met in Hautzellen, kann sich kein neues Gewebe bilden und die Wunde verschließen. Die Arbeit von Jolanta Chmielowiec, Doktorandin von Prof. Walter Birchmeier, und Prof. Carmen Birchmeier ist jetzt im Journal of Cell Biology (Vol. 177, Nr. 1, pp. 151 - 162, 2007) erschienen.

Weitere Informationen unter:

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www.wundheilung.net/News/2007/pdfnews205160.pdf

Hautregeneration mit Erythropoietin bei Verbrennungen - Bundesforschungsministerium fördert klinische Studie an sieben deutschen Verbrennungszentren

Rüdiger Labahn, Informations- und Pressestelle vom 12.06.2007
Universität zu Lübeck

Das die Bildung roter Blutkörperchen verstärkende Erythropoietin (EPO) kann in der Verbrennungsmedizin für die Hautregeneration genutzt werden. Eine klinische Multicenterstudie dazu an sieben deutschen Verbrennungszentren wurde am Zentrum für Schwerbrandverletzte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, konzipiert. Sie wird jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,1 Millionen Euro gefördert.

Weitere Informationen unter:

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www.wundheilung.net/News/2007/pdfnews213191.pdf

Häusliche Krankenpflege: Kasse muss auch bei verspätet eingereichter Verordnung zahlen

VINCENTZ.NET NEWSLETTER vom 19.06.2007

Ein Leistungserbringer klagte gegen eine Kasse, die eine HKP-Folgeverordnung genehmigt hatte, die Kosten aber erst ab dem Tag des Eingangs der ärztlichen Verordnung übernehmen wollte. Das Sozialgericht Saarbrücken (Az.: S 24 KN 44/06 KR) verurteilte die Kasse zur Zahlung des Vergütungsanspruchs des Klägers ab dem Leistungsbeginn.
Krankenkassen stellten sich in der Vergangenheit wiederholt auf den Standpunkt, dass bei einer verspäteten Einreichung - trotz Genehmigung der Verordnung - ein Vergütungsanspruch erst ab Eingang der Verordnung bestehe und nicht ab dem Beginn der Leistungserbringung. Dieser Rechtsauffassung habe der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) stets widersprochen und auf den Vergütungsanspruch der Pflegedienste beharrt", sagt bad-Hauptgeschäftsführer Ulrich Kochanek. Der Verband begrüßt die rechtliche Klarstellung durch das Sozialgericht Saarbrücken und betont, dass es keine Rechtsgrundlage gebe, um den Zeitraum zu kürzen, in dem Pflegedienste ihre berechtigterweise erbrachten Leistungen abrechen dürfen. (Quelle: HÄUSLICHE PFLEGE 06/2007, Rubrik: Nachrichten)

http://www.vincentz.net/haeuslichepflege/

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ForschungsReport zu funktionellen Lebensmitteln erschienen

Dr. Michael Welling, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vom 18.06.2007
Senat der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des BMELV

Funktionelle Lebensmittel: Auch wenn vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht ganz klar ist, was sich dahinter verbirgt, verzeichnet diese Sparte des stark umkämpften Lebensmittelmarktes seit Jahren steigende Umsätze. Der ForschungsReport, das Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, blickt in seiner aktuellen Ausgabe hinter die Kulissen und informiert in zehn Artikeln über "functional food", Lebensmittel mit gesundheitlichem Zusatznutzen.
Mit allerlei Prominenz werben Lebensmittelhersteller für abwehrstärkende und fitmachende Produkte. An probiotischen Molkereierzeugnissen, Cholesterinspiegel-senkenden Margarinen und Vitamin-angereicherten Säften herrscht in den Supermärkten kein Mangel. Aber was ist wirklich dran an den angepriesenen gesundheitsfördernden Wirkungen funktioneller Lebensmittel? Was ist wissenschaftlich erwiesen, was bislang noch Spekulation?

Der 56-seitige ForschungsReport 1/2007 kann kostenlos bezogen werden über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig. E-mail: michael.welling@fal.de, Tel.: 0531 / 596-1016.

Weitere Informationen:

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http://www.forschungsreport.de - ForschungsReport online; Ausgabe 1/2007

MAID: Ein klinischer Prognose-Score für chronische Wunden

S. Beckert, A. M. Pietsch, C, Halm-Nill, G. Deutschte, S. Schlosser, A.
Jubiläumskongress DGfW, Berlin 2007, Abstracts, ZfW 2007 No. 1: 66

Einleitung: Das Hauptproblem bei der Behandlung chronischer Wunden ist die Einschätzung der Prognose für die Heilung.
Material und Methoden: In einer inter­disziplinären Wundsprechstunde wurde der Heilungsverlauf von chronischen Wunden der unteren Extremität prospektiv dokumentiert. Die Wundbe­handlung und Dokumentation erfolgte anhand eines standardisierten "wound care protocols". Ergebnisse sind als Mittelwerte+SD angegeben. Die Kalku­lation der Abheilungswahrscheinlichkeit nach einjähriger Therapie erfolgte auf­grund unterschiedlicher Beobachtungs­zeiten nach Kaplan-Meier, die Berech­nung der Unterschiede zwischen den Gruppen erfolgte multivariat nach Cox.
Ergebnisse: Über den Zeitraum der letz­ten 8 Jahre konnten 2019 Patienten (68+13 Jahre) mit 4004 Wunden prospektiv dokumentiert werden. Die Ätiologie der Wunden war dabei in 50% diabetisch, in 25% venös, in 12% arteriell und in 13% lag eine andere Ursache zu Grunde. Die durchschnittliche Wundgröße lag bei 22 + 117 cm2 und die durch­schnittliche Wunddauer bei 294+1231 Tagen. 45% der Patienten hatten mehr als 1 unilaterale Wunde. Fußpulse wa­ren in 52% nicht tastbar. Die Abhei­lungswahrscheinlichkeit des Gesamtkol­lektives lag nach einem Jahr bei 70%. Durch eine multivariate Analyse konnten folgende unabhängige Prognosefaktoren identifiziert werden: Multiple Wunden (M = multiple) (p=0,0001), Wundgröße (A = Area) >5cm2 (p=0,0001), nicht-tast­bare Fußpulse (l = lschämie) (p=0,002) und Wunddauer (D = Duration) >200 Tage (p=0,0001). Der Prognose-Score MAID, der sich aus diesen 4 Parametern zusammensetzte und somit Werte zwi­schen 0 und 4 annehmen konnte, zeigte signifikant unterschiedliche Abheilungs­wahrscheinlichkeiten in Abhängigkeit des Score-Wertes, so dass Patienten mit einem MAID von 0 die höchste und Patienten mit einem MAID von 4 die niedrigste Abheilungswahrscheinlichkeit aufzeigten. Ein Anstieg von MAID um eine Stufe führte zu einer Reduktion der Abheilungswahrscheinlichkeit um 34%. 

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